Guspini ist ein Ort, in dem zwei Welten zusammengeschweißt wurden, und die Naht hört man beim Sprechen. Seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ist seine Geschichte die der Gruben von Montevecchio, aus denen Blei und Zink geholt wurden, und mit den Gruben kamen Arbeiter aus allen Teilen Sardiniens: Das Campidanesische von Guspini veränderte sich, um sie aufzunehmen, und noch heute trägt die örtliche Sprache die Spuren dieser Durchmischung. Neben Montevecchio zählt man die anderen, längst geschlossenen Stollen, Piccalinna, Sant'Antonio, Sciria, Casargiu, Sanna, Telle: Namen, die hier so viel wiegen wie die der Ortsteile.
Vor dem Blei war alles andere da. Der heilige Brunnen von Sa Mitza de Nieddinu hat sein Tholosdach verloren, bewahrt aber fast unversehrt die Treppe aus neun Stufen, die zum Wasser hinabführt; im Gemeindegebiet stehen mehr als dreißig Nuraghen, und zum Meer hin liegt die phönizische, punische und römische Fundstätte Neapolis. Die Kirche Santa Maria di Malta ist romanisch und beginnt im zehnten Jahrhundert, als sie zu einem Konvent von Mönchen des griechisch-byzantinischen Ritus gehörte. Am Hang des Monte Santa Margherita liegt sa rocca incuaddigada, der aufgesattelte Fels: 1950 ließen Vandalen den Block, der ihn krönte, ins Tal rollen.