Unter den vielen Kirchen von Sciacca ist Santa Maria della Raccomandata eine der ältesten: Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, und die ersten Nachrichten verbinden sie 1220 mit den Karmelitern, die hier untergebracht waren, während sie auf ihr Kloster warteten. Im Lauf der Jahrhunderte ging sie an die Augustiner-Eremiten und dann in Privatbesitz über, bis sie im Jahr 2000, inzwischen eine Ruine, von der Stadt erworben und restauriert wurde.
Sehenswertes
Das Prunkstück ist das Portal: ein prachtvoller Spitzbogen aus Sandstein, doppelt gestuft, verziert mit den typischen Motiven normannischer Kunst – stilisierten Blättern auf den Kapitellen und Reihen kleiner Buckel in Diamantspitzenform. Auch die Apsis, von klar arabisch-normannischem Geschmack, erinnert an jene der Basilika del Soccorso. Im einschiffigen Inneren hat die Restaurierung den Christus Pantokrator in der Apsiskalotte freigelegt und dazu einen Ziegelboden, der über einem älteren im Fischgrätmuster liegt. An der Seite stehen ein Turm vom Beginn des 16. Jahrhunderts und ein gepflasterter Hof von 1828 mit einem Brunnen in der Mitte.
Der Besuch
Ihre Wiedergeburt verdankt die Kirche der Restaurierung von 2008, finanziert mit europäischen Mitteln, die sie der Stadt nach langem Verfall zurückgegeben hat. Früher wurde das Fest der Madonna della Raccomandata am ersten Montag nach Pfingsten gefeiert.
Tipp der Redaktion
Tritt nah an das Portal heran und such nach den Buckeln in Diamantspitzenform: Sie sind die Handschrift der normannischen Steinmetze, ein Detail, das du nur in wenigen anderen Kirchen Siziliens wiederfindest. Und vergleiche die Apsis mit der des Soccorso: Dieselbe arabisch-normannische Hand verbindet die beiden Kirchen von Sciacca.
