⛪ Kirchen und Heiligtümer

Chiesa di Sant'Anna

📍 Villarosa, Sizilien · 55/100

Von dieser Kirche blieben drei Mauern, und das Fest ging über Generationen trotzdem weiter, rings um die Ruine. Es war der erste Sonntag im September, in der Contrada Sant'Anna: Tische mit gebratenen Würsten und Wein im Hof des Palastes, das Palio-Rennen, die Kapelle, die Spiele, und währenddessen der Gottesdienst in einer Kirche, die schon einfiel.

Sehenswertes

Das Kirchlein wurde 1676 erbaut, drei Kilometer südlich von Villarosa, und ist heute auf wenige Außenmauern zusammengeschrumpft. Das dort verehrte Gnadenbild ging nicht verloren: Man brachte es in die Kirche San Giacomo im Ort, und dort ist es noch, zusammen mit der Statue der Heiligen.

Der Dichter Vincenzo De Simone beschrieb jenes Fest als Gelegenheit, bei der die Leute die Nöte eines Jahres in einer Stunde des Rausches ertränkten, und sprach von einem Bacchanal mit Musik, Tanz und Trankopfern. Bis in die vierziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts jedoch kam man auch aus einem viel ernsteren Grund hierher: Man ging in Prozession, um Regen zu erbitten.

Der Besuch

Die Reste liegen in der Contrada Sant'Anna, im offenen Land südlich von Villarosa, Provinz Enna; es ist eine Ruine, ohne Karte und ohne Zeiten, und man geht nicht hinein. Eine Viertelstunde.

Tipp der Redaktion

Schauen Sie, wo sie steht: drei Kilometer außerhalb des Ortes, mitten in den Feldern. Kein planerisches Versehen, sondern die Funktion. Eine Landkirche diente dem Land, und man zog in Prozession hinaus, um Wasser für das Getreide zu erbitten. Sie ist eine Versicherung auf die Ernte, und darum wurde sie fern von allen und nah bei allem gebaut, was zählte.

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