🏰 Burgen und Schlösser

Castello Matagrifone

📍 Messina, Sizilien · 52/100

Im Jahr 1287 verbrachte die Baronin Macalda di Scaletta ihre Gefangenschaft in den Mauern der Burg Matagrifone in Messina — beim Schachspiel mit dem Emir von Tunis, Margam ibn Sebir. Die Ursprünge der Festung, die auch als Rocca Guelfonia bekannt ist, reichen allerdings über zwei Jahrhunderte weiter zurück: Um 1061 ließ Robert Guiskard sie zunächst aus Holz errichten, später verstärkte Richard Löwenherz die Anlage und ließ sie 1191 teilweise abtragen, bevor er zur Eroberung Zyperns aufbrach. Der Name Matagrifone bedeutet „Griechentöter“, nach dem Begriff, mit dem Nordeuropäer Griechen und Levantiner bezeichneten; die Bezeichnung Guelfonia geht darauf zurück, dass der englische König der welfischen Partei angehörte. 1240 von Friedrich II. von Hohenstaufen wieder aufgebaut, beherbergte die Festung 1283 Peter III. von Aragón und Königin Konstanze von Hohenstaufen.

Sehenswertes

Das berühmteste bis heute erhaltene Element ist der einzige achteckige Turm, der die Erdbeben und die Kriegsereignisse der Stadt überstanden hat und allgemein „Turm der Macalda“ genannt wird. Dieser Wehrturm trägt heute den Glockenaufbau des Sacrario di Cristo Re, das direkt auf den Ruinen der Festungsanlage errichtet wurde, und birgt in seinem Inneren eine große Glocke. An seinen Wänden findest du eine Gedenkinschrift, die Ende des 15. Jahrhunderts angebracht wurde und an die von Ferdinand II. von Aragón angeordneten Erweiterungsarbeiten erinnert. Von der alten Wehranlage sind außerdem einige Bastionen, Umfassungsmauern und ein Eingangsportal aus dem 16. Jahrhundert erhalten, das entstand, als Kaiser Karl V. 1536 den Bergamasker Architekten Antonio Ferramolino mit dem Umbau der Anlage beauftragte, nachdem eine Explosion schwere Schäden verursacht hatte.

Der Besuch

Der Umriss der alten Festung zeigt, wie sich der Bau über die Jahrhunderte verwandelt hat. 1759 wurde ein Teil der Anlage den unbeschuhten Augustinern zugewiesen, 1838 baute man das Gebäude zu einem bourbonischen Gefängnis um, bevor es während der Messineser Aufstände von 1848 erneut schwer beschädigt wurde.

Tipp der Redaktion

Wenn du den achteckigen Turm betrachtest, liest du die außergewöhnliche historische Schichtung Messinas ab: Der normannisch-aragonesische Unterbau aus dem Mittelalter und die Bastionen Ferramolinos aus dem 16. Jahrhundert tragen heute die monumentale Architektur des Sacrario di Cristo Re.

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