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🌋 Natur und Aussichten

Riserva naturale orientata Capo Gallo

📍 Palermo, Sizilien · 47/100

In diesem Schutzgebiet liegt eine Höhle namens Grotta Regina, und man nutzte sie schon im frühen Neolithikum für heilige Riten. Jahrtausende später, als Palermo phönizisch-punisch war, war dieselbe Höhle zu einem Isis geweihten Heiligtum geworden. Die Götter wechseln, die Sprache der Betenden wechselt, die Höhle bleibt dieselbe.

Sehenswertes

Das Schutzgebiet wurde 2001 eingerichtet und umfasst rund fünfhundertsechsundachtzig Hektar am nordwestlichen Ende der Stadt. Es ist im Grunde der Monte Gallo, ein isoliertes Karbonatmassiv, das den Golf von Mondello mit dem von Sferracavallo verbindet. Die Innenseite blickt auf die Conca d'Oro; die Außenseite endet am Tyrrhenischen Meer in Hunderte Meter hohen Kliffen, die das Meer zu Höhlen ausgehöhlt hat. Darunter ist die Grotta dell'Olio bei Malu Passu, nur vom Meer aus erreichbar: ein runder Raum von etwa zwanzig Metern unter einer Kuppel von rund zehn Metern Höhe, den mehr als eine Quelle mit der Blauen Grotte von Capri vergleicht.

An der Felsküste wachsen salzfeste Pflanzen, Meerfenchel und Strandflieder, darunter ein seltener Palermer Endemit; im Frühjahr blüht der gelbe Hornmohn. Der Südhang ist trockene Ampelodesma-Steppe, der Nordhang Macchia: Zwergpalme, Mastixstrauch, Kapernstrauch, Myrte, Thymian, Sumach, dazu überlebende Reste von Steineichenwald. An den senkrechten Wänden leben punktuelle Endemiten, darunter eine Kamille und ein Habichtskraut, die den Namen des Berges tragen. Zu den Tieren zählen Fuchs, Wildkaninchen, die sizilianische Spitzmaus, der Wanderfalke und, in den alten Tränken, die Wechselkröte, das Wahrzeichen des Gebiets. Das Meer zwischen Capo Gallo und Isola delle Femmine ist Meeresschutzgebiet, mit Posidonia-Wiesen auf dem Grund.

Der Besuch

Es gibt drei Zugänge. Der östliche beginnt am Turm von Mondello und folgt der Küste bis zum Leuchtturm von Capo Gallo, kostet aber Eintritt: Das Eigentum am Weg wird von einer Privatperson beansprucht, trotz Protesten und Klagen der Stadt, und die Enteignung ist seit Jahren geplant, ohne Ergebnis. Der westliche Zugang liegt bei der Contrada Barcarello in Sferracavallo. Die beiden Landwege treffen nicht aufeinander, weshalb ein großer Teil des Gebiets nur vom Meer aus erreichbar ist; auf jenem mittleren Abschnitt ist Naturismus verbreitet. Im Sommer sind die leicht erreichbaren Stellen voll. Ein halber Tag.

Tipp der Redaktion

Schauen Sie auf das hohe, federige Gras, das halbe Hänge bedeckt, mit rosafarbenen Ähren. Es ist nicht sizilianisch: Es ist ein nordafrikanisches Süßgras, das man in den botanischen Garten von Palermo brachte, um es als Futterpflanze zu erproben. Es entkam und hat sich heute von selbst über große Teile der Insel verbreitet. Sie sehen ein landwirtschaftliches Experiment, das aus dem Gehege ausgebrochen ist und gewonnen hat.

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