Der Dom von Trient hält die beiden Enden der Kirchengeschichte zusammen. Unter dem Boden liegt die Basilika des vierten Jahrhunderts, die der heilige Vigilius gründete, um die Märtyrer des Nonstals zu bestatten, außerhalb der Mauern des römischen Tridentum; darüber, im Langhaus, wurden die Dekrete des Konzils verkündet, das 1545 begann und 1563 endete, jenes Konzils, das die Gestalt des modernen Katholizismus festlegte. Dazwischen liegen zwölfhundert Jahre und drei Meter Erde.
Sehenswertes
Die Kirche, die man sieht, ist der Neubau, den Fürstbischof Federico Vanga zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts anordnete und den man drei Jahrhunderte lang fortführte: außen romanisch, mit dem großen Nordportal und zwei Rosetten, einer an der Front und einer am Querhaus; innen werden die Gewölbe gotisch, je weiter die Zeit fortschreitet. Das Merkwürdigste steht an der Vierung: Zwei überdachte Treppen steigen an den Wänden empor, auf Reihen kleiner Bögen ruhend, die Art der lombardischen Bauleute, nach oben zu gelangen, ohne der Kirche Raum zu nehmen.
In der Kreuzkapelle hängt das große hölzerne Kruzifix, vor dem die Konzilsdekrete verkündet wurden, und in den Seitenschiffen stehen die Grabmäler der Fürstbischöfe und die Reste von Fresken des dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderts, größtenteils bruchstückhaft: Der am besten lesbare Zyklus erzählt das Leben des heiligen Julian des Gastfreundlichen. Dann steigt man zur frühchristlichen Basilika unter dem Boden hinab und geht zwischen den Mauern, den Gräbern und den Mosaiken der ersten Kirche, mit den Resten der römischen Läden, die noch davor dort standen.
Der Besuch
Der Dom schließt die Südseite der Piazza Duomo im Herzen Trients, mit dem Neptunbrunnen davor; der Eintritt in die Kirche ist frei, die unterirdische Basilika hat eine eigene Karte, oft zusammen mit dem Diözesanmuseum im benachbarten Palazzo Pretorio. Mittags und während der Gottesdienste geschlossen. Eine Stunde für alles.
Tipp der Redaktion
Steigen Sie hinunter und bleiben Sie einige Minuten ganz hinten, wo die Sarkophage stehen. Von dort hört man die Schritte der Leute, die oben in der Kirche gehen, und einen Moment lang arbeiten die beiden Basiliken zusammen. Beim Hinaufkommen, bevor Sie gehen, heben Sie den Blick zu den Treppen am Querhaus: Sie sind der einzige Teil des Doms, den niemand je ansieht, und zugleich der eigenwilligste.
