⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Salvatore

📍 Norcia, Umbrien · 58/100

Erstmals 1115 als Pfarrkirche der Abtei Sant'Eutizio erwähnt, entstand die Kirche San Salvatore in Campi di Norcia an der alten Via Nursina über den Resten eines römischen Tempels. Ursprünglich der Muttergottes geweiht, wurde der Bau nach dem Erdbeben von 1328 wiederaufgebaut und Ende des 15. Jahrhunderts um ein zweites Kirchenschiff erweitert. Die schweren Erdstöße vom Oktober 2016 haben das Bauwerk fast vollständig zerstört und zum beinahe totalen Einsturz gebracht.

Sehenswertes

Vor der Zerstörung 2016 zeigte die Kirche eine romanische Steinarchitektur mit rechteckigem Grundriss und zwei Schiffen, die eine einzige symmetrische Fassade zusammenfasste. Die Front gliederten ein von einer Mittelsäule getragener Vorbau, zwei Fensterrosen darüber und zwei skulptierte Portale: das linke mit dem mystischen Lamm, das rechte, reicher verziert, mit der eingemeißelten Jahreszahl 1491. Auf der Rückseite stand der Glockenturm, im 15. Jahrhundert von einheimischen Handwerkern begonnen und um 1538 von lombardischen Meistern vollendet. Im Inneren bewahrte das linke Schiff eine Loggia mit Ikonostase und einen Freskenzyklus von Künstlern wie Giovanni und Antonio Sparapane, Nicola d'Ulisse und Domenico di Jacopo. Das rechte Schiff war mit den „schiazze“ von 1528 gepflastert, örtlichen Kalksteinplatten, in die der Entwurf für einen nie gebauten Glockenturm eingeritzt war.

Der Besuch

Nach dem Einsturz während der Erdbeben vom 26. und 30. Oktober 2016 ist das in Trümmern liegende Gelände der Kirche nicht zugänglich. Aus den Ruinen gerettet wurden ein hölzernes Kruzifix und abgelöste Freskenfragmente. Das Taufbecken für die Immersionstaufe, aus einem antiken römischen Altar gearbeitet, war schon in den Siebzigerjahren ins Pfarrhaus gebracht worden.

Tipp der Redaktion

Wenn du das Gelände aus sicherer Entfernung im Ortsteil Campi betrachtest, erkennst du noch immer den Sockel aus behauenem Quaderstein des Glockenturms und die Teile der Umfassungsmauern, die das Beben überstanden haben.

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