Das Fort Tre Sassi wurde zwischen 1897 und 1901 vom österreichisch-ungarischen Heer auf 2.197 Metern Höhe am Valparola-Pass gebaut und liegt zwischen dem Sass de Stria und dem Kleinen Lagazuoi. Der Bau gehörte zum Subrayon V des Grenzverteidigungssystems und sollte italienischen Truppen den Weg aus dem Val Boite oder dem Val Cordevole ins Gadertal und ins Pustertal versperren. Nach einer Modernisierung 1910-1911 wurde die Festung am 5. Juli 1915 von italienischen Granaten im Kaliber 210 mm getroffen, abgefeuert aus dem oberen Val Costeana, vom Monte Pore und von Larzonei: Das Gebäude stürzte teilweise ein, drei Soldaten kamen ums Leben. Unbrauchbar geworden und geräumt, wurde es vom österreichisch-ungarischen Heer nachts trotzdem weiter beleuchtet, um der feindlichen Artillerie ein Scheinziel zu bieten.
Sehenswertes
Das zwischen 2007 und 2008 mit Mitteln der Regole d'Ampezzo, der Gemeinde Cortina und der Europäischen Union restaurierte Gebäude beherbergt heute das Museum des Ersten Weltkriegs in den Dolomiten. Im Inneren wartet eine von der Familie Lancedelli betreute Sammlung mit Waffen, Ausrüstung und Alltagsgegenständen der Soldaten an der Dolomitenfront. Unter den wichtigsten Stücken sticht ein in drei Teile zerlegtes Geschoss im Kaliber 305 mm hervor, abgefeuert von einem Skoda-Mörser bei der Armentarola und im Gebiet des Col dei Bois als Blindgänger gefunden. Neben den Kanonen M.98 mit 8 cm und 6 cm und den 36 Schießscharten in Richtung Col di Lana, Sief und Falzaregopass, die die ursprüngliche Bewaffnung bildeten, empfängt vor dem Gebäude ein Darsteller in historischer Uniform die Besucher.
Der Besuch
Das Museum lässt dich die Innenräume des Forts und das Gelände ringsum erkunden. Ganz in der Nähe wurden Schützengräben und die Baracken der österreichischen Stellung Edelweiß nachgebaut. Auch der Goiginger-Stollen am Sass de Stria und zwei Soldatenfriedhöfe lassen sich besichtigen, ein österreichisch-ungarischer und einer des deutschen Alpenkorps. Im Winter werden Schneeschuhwanderungen entlang der Gräben angeboten, die zeigen, wie die Soldaten im Schnee lebten.
Tipp der Redaktion
Bleib nicht nur drinnen: Ein paar Minuten auf den Wegen im Freien genügen, um die wiederhergestellten Gräben und den Goiginger-Stollen am Sass de Stria abzugehen und die gesamte Verteidigungsanlage aus der Nähe zu sehen.
