Alles begann mit einem Bild an einem Türmchen der Stadtmauer. Um 1450 begann jene Madonna am Wachtturm Wunder zu wirken, und man baute ein Oratorium darum; dann wurde der Turm abgetragen, das Oratorium wuchs, bis 1718 ein Drucker des Priesterseminars einen Grafen und Architekten dazu bewog, ein wirkliches Heiligtum daraus zu machen.
Sehenswertes
Der Entwurf stammt von Girolamo Frigimelica, der in jenen Jahren an der Dombaustelle arbeitete und von Beruf Villen und Bühnenbilder entwarf. Man sieht es: Die Kirche ist als Kulisse gedacht, mit Kuppel und Front, die die Straßenflucht abschließen, und sie gilt als eines der besten Werke des venezianischen Spätbarock.
Die Arbeiten dauerten sechs Jahre, und Mitte der zwanziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts wurde die Kirche in Dienst genommen. Zu Beginn des neunzehnten wurde sie vom Heiligtum zur Pfarrkirche, an Stelle einer nahen, teilweise abgerissenen Kirche, und verlor mit der Zeit jene Andachtsrolle, der sie ihre Entstehung verdankte. Der Name blieb ihr von dem Türmchen, das es nicht mehr gibt.
Der Besuch
Die Kirche steht am Ende der Via Seminario, im Süden des Zentrums, zehn Minuten zu Fuß vom Prato della Valle; Eintritt frei, Zeiten nach den Gottesdiensten. Zwanzig Minuten.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie zu Fuß vom anderen Ende der Straße, langsam gehend: Die Kirche wurde dafür entworfen, so gesehen zu werden, vom Straßenanfang aus, und sie wächst beim Näherkommen, bis sie die ganze Flucht schließt. Ihr Urheber baute Bühnenbilder, und dies ist ein Bühnenbild aus Mauerwerk.
