Ripa Teatina

Provinz: Chieti · Region: Abruzzen · Einwohner: 4.188 · PLZ: 66010

Der Name ist eine Aufgabe: dieser Hügel diente dazu, Teate, also Chieti, zu verteidigen. In römischer Zeit stand hier ein Castrum Teate, im Mittelalter erscheint die Burg als Laripam und der Ort heißt Oppida Ripae, der befestigte Flecken; das bloße «Ripa» taucht 1328 in einem Register der Kurie von Chieti auf, und jahrhundertelang hieß der Ort Ripa di Chieti, während sich das lateinische Beiwort Teatina erst viel später durchsetzte. Im Jahr 1484 bezahlte Alfons von Aragón die Ringmauer als Gnadenerweis für die Dienste, welche die Einwohner ihm in den Kämpfen gegen die Venezianische Liga geleistet hatten, und fügte eine Reihe von Wachtürmen hinzu, von denen zwei noch stehen.

Nahe der kleinen Kirche Santo Stefano wurde ein karthagischer Helm gefunden, Beleg für den Durchzug Hannibals. Während des napoleonischen Feldzugs wurde dagegen das Franziskanerkloster des Ortes Schauplatz eines Massakers: dort hatten sich aus Chieti gekommene Aufständische verschanzt, die Franzosen belagerten es, und in den Kämpfen starben mehr als sechshundert Menschen, Soldaten wie Aufständische; mehrere Aufständische entkamen, und zur Vergeltung wurden die Mönche getötet und ihre Leichen in die Zisterne des Kreuzgangs geworfen. Im Zweiten Weltkrieg richteten die Deutschen im Ort, der unmittelbar an der Gustav-Linie lag, ein Waffenlager ein, das bei der Befreiung zwischen dem neunten und dem zehnten Juni 1944 geplündert wurde.

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