Mehr als ein Jahrhundert lang war die Burg von Quart ein Bauernhof: 1874 verkaufte die Gemeinde sie an Private, die darin einen Landwirtschaftsbetrieb einrichteten, und das Gebäude verlor viel von seinem Charakter. Heute gehört sie der Region, die sie 1991 kaufte und seit 2010 als Baustelle führt; nach der Restaurierung soll hier das valdostanische Museum für Volkskunde einziehen.
Sehenswertes
Die Burg steht auf einem beidseitig steil abfallenden Felsvorsprung am Eingang des Valsainte und beherrscht den Talboden mit einer Silhouette, die es bis ins Gemeindewappen geschafft hat. Der älteste Teil stammt von 1185 und von Jacques de la Porte de Saint-Ours, dem Stammvater der Herren von Quart; als der letzte Erbe Henri 1378 starb, fiel die Burg an die Savoyer, die sie gründlich umbauten.
Der Besuch
Die Restaurierung ist nicht abgeschlossen und Öffnungen sind die Ausnahme, doch der Spaziergang um die Burg lohnt zu jeder Jahreszeit: Der Weg beginnt hier, führt an prähistorischen Schalensteinen vorbei, ist mit Tafeln zu Flora, Fauna und Geologie versehen und endet an der Einsiedelei des seligen Emerich, wo eine Wiese zum Picknick bereitliegt. Unterhalb der Burg liegt am Hang das Dorf Vollein mit der 1968 entdeckten neolithischen Nekropole.
Tipp der Redaktion
Wer in der Hoffnung kommt hineinzugelangen, findet womöglich das Tor verschlossen: vorher nachfragen und den Weg ohnehin einplanen. Erst von dort oben versteht man, warum die Herren von Quart genau diesen Sporn wählten.
