1968 kamen am Hang über Quart mehr als sechzig Steinkistengräber ans Licht: vier senkrecht in den Boden gestellte Platten und eine größere darüber, direkt auf dem Erdreich, ohne Pflasterung. Das ist die Nekropole von Vollein, eines der ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit im Aostatal, frei zugänglich.
Sehenswertes
Die Gräber liegen auf einer annähernd rechteckigen Fläche von etwa zwanzig mal dreißig Metern. Ringsum ist der Fels von einem Netz aus Trenches zerteilt, das den Boden karriert und überdachte Gänge wie offene Gassen bildet: das am besten untersuchte Trench-System der Region. Im Osten steht noch eine hohe senkrechte Wand, heute von Kletterrouten durchzogen, an der sich die rund vierzig Meter Absenkung des Geländes ablesen lassen; der große Mittelblock trägt in ursprünglicher Ausrichtung noch die vom quartären Gletscher geschliffene Oberfläche. Auf den Felsen finden sich zahlreiche Felsritzungen des 2. Jahrtausends v. Chr.
Der Besuch
Man kommt von Quart über die Regionalstraße 37 bis Vollein; vom Dorf geht man rund 300 Meter bergab, dann führt ein ausgebauter Pfad in wenigen Minuten zur Fundstätte. Von der Nekropole öffnet sich der Blick auf das Haupttal. Der Geologe Francesco Prinetti merkt an, dass ein derart gut zu verteidigender Ort an ein prähistorisches Dorf denken ließe, von dem sich jedoch keine Spur fand: Vorerst sprechen nur die Gräber.
Tipp der Redaktion
Man erwarte kein Freilichtmuseum: Es sind Steinplatten zwischen Felsblöcken, ohne die Tafeln kaum zu lesen. Es lohnt sich aber, eine halbe Stunde zwischen den Blöcken zu gehen, wo der Untergrund noch immer einige Millimeter im Jahr rutscht.
