Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Bauernhof, und zum Teil ist es das auch: Doch das Spitzbogenportal an der Ostseite, der Turm an der Ecke und das über dem Eingang gemeißelte Wappen der Piquart de la Tour von 1627 erzählen eine andere Geschichte. Der Hof von Povil ist eine befestigte mittelalterliche Anlage, weit weniger bekannt als die wirkungsvolle Burg von Quart in derselben Gemeinde.
Sehenswertes
Die Anlage liegt auf 693 Metern an der Straße, die vom Villair nach Cleyves führt, und besteht aus aneinandergebauten mittelalterlichen Häusern. Der Turm an der Ostseite hat drei Obergeschosse, ein bemerkenswertes Bogentor und einige bearbeitete Fenster; der Hauptwohnbau öffnet sich zum Innenhof mit zwei gotischen Tuffsteinfenstern. An der äußeren Ostfassade hat sich eine schlecht erhaltene Verkündigung des 15. Jahrhunderts erhalten. Bruno Orlandoni merkt an, dass dieser Typ von Haus mit Hof und Turm, der Verteidigung, Wohnen und Handel verband, im 15. Jahrhundert weite Verbreitung fand: Entsprechungen finden sich im Haus Lostan in Aosta und in den Wehrhäusern von Arnad, Verrayes und Châtillon.
Der Besuch
Der Hof ist Privatbesitz und nicht zu besichtigen: Man betrachtet ihn von der Straße. Der Ursprungskern war ein Turm der Herren von Quart, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ausstarben; die Savoyer belehnten damit Jean-Michel Piquart, den Kastellan von Quart, und seine Nachkommen bauten daraus schrittweise die heutige Anlage. Als auch die Piquart de La Tour erloschen, ging 1680 alles an den Baron von Quart, Carlo Filippo Perrone.
Tipp der Redaktion
Der Umweg lohnt aus einem einzigen, aber guten Grund: Hier sieht man, wie in einem Wehrhaus tatsächlich gewohnt wurde, ohne die Inszenierung der Burgen. Eine reizvolle Vermutung setzt den Ort eine römische Meile vom Meilenstein von Saint-Eusèbe an der Via delle Gallie an, fünf Meilen von Aosta entfernt.
