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Fontana Steccato

📍 Barile, Basilikata · 42/100

Eine Inschrift am oberen Abschluss des Brunnens hält das Datum fest: 1713. In jenem Jahr wurde er errichtet, unter dem «sindacato» des Doktors Domenico Prete und mit Unterstützung des Dekurionen Alessandro Criesia, und seither ist er das bekannteste Bauwerk von Barile. Er steht an der piazza Garibaldi, die früher piazza dello Steccato hieß, Platz des Zauns: Von dort hat der Brunnen seinen Namen, nicht umgekehrt.

Sehenswertes

Die Fassade aus einheimischem Stein wird von vier Pilastern toskanischer Ordnung auf Sockeln in drei Felder geteilt, die auf einem gepolsterten Element aufsitzen. In den beiden äußeren Feldern öffnen sich Nischen mit Muschelkalotte, im mittleren läuft eine Gedenkinschrift. Seitlich fassen zwei große Voluten das Ganze zusammen und stellen es klar in die Sprache des Barock. Wer ein Auge für die Ordnungen hat, bemerkt allerdings eine Ungereimtheit im Gebälk: Der Fries wird nach unten nicht durch einen dreigeteilten Architrav begrenzt, wie es die Regel verlangt, sondern nur nach oben durch ein Gesims, über dem Dekorationen in der Achse der Pilaster sitzen.

Der untere Teil erzählt mehr. Aus dem Becken ragen drei Masken, aus denen das Wasser kommt: kein Schmuck, sondern apotropäische Figuren, die das Böse fernhalten sollen, und sie zeigen jene Mischung aus Frömmigkeit und Aberglauben, die die Volkskultur von Barile und des ganzen Vulture-Melfese prägt. Zwei kleinere Voluten rahmen das Becken. Weiter oben, unter dem Gesims, trägt ein Medaillon das Baujahr und eine Ikone der Jungfrau, der Madonna von Konstantinopel, der Patronin des Ortes; das Wappen, von einer weiteren apotropäischen Figur gehalten, zeigt eine Weintraube über einem Fass.

Der Besuch

Der Brunnen steht nicht mehr dort, wo er entstand. Er befand sich auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes; nach dem Vulture-Erdbeben von 1930 wurde der Platz neu geordnet und das Bauwerk Stück für Stück abgebaut und an seiner heutigen Stelle wieder zusammengesetzt. Das sollte man wissen, denn was man heute sieht, ist eine Rekomposition und nicht der ursprüngliche Standort. Er steht im Freien, ist zu jeder Stunde und kostenlos zu sehen. Beginnen Sie beim Medaillon ganz oben und lassen Sie den Blick bis zu den Masken hinabgleiten: von der Jungfrau zu den Abwehrzeichen liegt das doppelte Register des Monuments auf dieser Senkrechten.

Tipp der Redaktion

Wenn Sie das Fass und die Traube im Wappen gefunden haben, suchen Sie das abseits gelegene Viertel Sheshi: In den 131 in den vulkanischen Tuff gegrabenen Höhlen, heute Parco urbano delle Cantine, wird aus dieser Traube der Aglianico del Vulture, und zwischen diesen Kellern drehte Pier Paolo Pasolini 1964 die Geburt Christi für sein Erstes Evangelium nach Matthäus.

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