Am Hauptgewölbe hängt ein Bild, das festhält, wer die Kirche errichtete und wann: die Bruderschaft der Toten, um 1640, unter der Aufsicht von Raffaele Daniele. Eine ungewöhnliche Signatur, und eine nützliche, denn von außen wirkt der Bau keineswegs wie eine Kirche des 17. Jahrhunderts. Die über die Jahrhunderte angehäuften Umbauten gaben ihr eine Fassade des 18. Jahrhunderts, die bereits zum Klassizismus neigt, und die Altäre im Inneren stammen größtenteils aus dem 19. Jahrhundert.
Sehenswertes
Die Fassade trägt einen Giebel und wird von einem Gesims geteilt: unten das Portal aus einheimischem Stein mit Segmentgiebel, darüber ein schmalerer Streifen mit halbmondförmigem Fenster, seitlich bossierte Lisenen, oben ein Tympanon. Im Inneren ein einschiffiger Raum mit drei Kapellen je Seite und halbrunder Apsis. Der Hochaltar zwischen Presbyterium und Apsis entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist bis ins Detail neapolitanischer Barock: ein Antependium mit Voluten und Marmorintarsien, eine Mensa auf volutenförmigen Eckstützen, ein Tabernakel mit einer Taube mit ausgebreiteten Flügeln, geflügelte Putten am Altaraufsatz. In das kassettierte Tonnengewölbe sind drei Leinwandbilder aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eingelassen: die Krönung Mariens, eine Madonna mit Kind zwischen Heiligen und Seelen des Fegefeuers und eine Madonna mit Kind und den heiligen Anna und Joachim. An der Innenfassade die Sängerempore mit der Orgel aus dem 19. Jahrhundert.
Beim Hinausgehen liegt gleich links ein Platz mit einem Wegkreuz, das dieselbe Jahreszahl trägt wie der nahe Brunnen Fontana dello Steccato, 1713: beide gehörten zum selben Verschönerungsplan der Ortsverwaltung. Der Sockel ist ein Quader auf einem Stufenpodest, und auf den vier Seiten erscheinen eine Sanduhr mit Inschrift, ein gekrönter Totenschädel, ein Schädel mit bischöflicher Kopfbedeckung und ein Schädel mit einem Blätterkranz. Darüber trägt eine unten gebauchte, oben kannelierte Säule ein Kompositkapitell und das Kreuz, mit dem Gekreuzigten nach der byzantinischen Ikonographie des toten Christus, den Kopf auf die linke Schulter gesunken und einen Schädel zu Füßen; auf der Rückseite die verschleierte und gekrönte Madonna im Gebet.
Der Besuch
Die Kirche steht in der Altstadt, wenige Schritte von der Piazza Garibaldi und dem Brunnen Fontana dello Steccato entfernt. Schauen Sie zuerst nach oben zum Gewölbe: die drei Leinwandbilder des 17. Jahrhunderts sind das Älteste, was zu sehen ist, zusammen mit den vier Gemälden neapolitanischer Schule von 1640, die im Inneren aufbewahrt werden. Am 15. Juni werden vor der Kirche Brot und Haustiere gesegnet, ein Brauch, den Barile jedes Jahr wiederholt.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie nicht am Portal stehen: umrunden Sie das Wegkreuz auf dem Platz ganz, Seite für Seite. Die Schädel sind nicht dreimal derselbe — einer trägt eine Krone, einer eine bischöfliche Kopfbedeckung, einer einen Blätterkranz — und die vierte Seite ersetzt den Schädel durch eine Sanduhr mit Inschrift. Suchen Sie danach die gegen Ende des 18. Jahrhunderts gemalte Madonna del Carmine: sie hängt nicht hier, sondern in der Kirche des ehemaligen Karmeliterklosters Santa Maria del Carmine.
