⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa rupestre di Santa Margherita

📍 Melfi, Basilikata · 47/100

An einer Wand der Kirche treffen drei Reiter auf dem Heimweg von der Jagd auf drei Tote, die ihnen ankündigen, was sie einmal sein werden: die Begegnung der drei Lebenden mit den drei Toten. Erhalten sind hier die drei Adligen und nur zwei Skelette, denn das dritte ging mit einem herabgefallenen Putzstück verloren. Die Kirche ist vollständig in den vulkanischen Tuff am Hang des Toppo Sant'Agata gegraben, an der Straße von Melfi nach Rapolla, und wurde 1899 von Gian Battista Guarini in der Zeitschrift Napoli Nobilissima zum ersten Mal beschrieben.

Sehenswertes

Der Raum ist ein einziger Saal, zwölf Meter lang, mit Kreuzgewölben gedeckt und von einem gedrückten Bogen in der Mitte geteilt; hinten öffnet sich die Hauptkapelle, an den Seiten vier weitere tonnengewölbte Kapellen unterschiedlicher Tiefe. Die Malereien entstanden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch mehrere Werkstätten, als sich die byzantinische Überlieferung mit den giottesken Neuerungen aus Neapel mischte: daher die großen Augen und die roten Wangen neben schon gotischem Faltenwurf.

In der Kapelle links vom Eingang machen gemalte Rahmen aus der Wand ein Polyptychon: der heilige Bartholomäus mit der eigenen Haut wie ein grünes Tuch über der Schulter, der Erzengel Michael, der im byzantinischen Loros den Drachen durchbohrt, eine thronende Madonna in der Haltung der Hodegetria, der Evangelist Johannes, der auf sie zeigt. Über dem Hauptaltar dagegen steht die heilige Margareta in fürstlichem Gewand, umgeben von acht Feldern mit ihrer Lebensgeschichte nach der Passio des Griechen Theotimos, und über den Bogen laufen fünf Medaillons mit den Evangelistensymbolen und einem segnenden Christus in der Mitte.

Der Besuch

Der Eingang ist ein vier Meter breiter Spitzbogen, heute von einem Holztor verschlossen: Die Kirche hat keine Museumsöffnungszeiten, man erkundigt sich besser im Ort, bevor man hinaufgeht. Drinnen beginnen Sie mit der linken Kapelle und lesen dann die acht Geschichten der heiligen Margareta von links und von oben nach unten, in der gedachten Reihenfolge.

Tipp der Redaktion

Nehmen Sie eine kleine Taschenlampe mit: Der Tuff schluckt das Licht, und die besten Einzelheiten liegen im Schatten — die Hündchen an der Leine des heiligen Vitus, das kleine Becken links vom Triumphbogen für die Waschungen. Und heben Sie sich die beiden Skelette bis zum Schluss auf: Sie bleiben am längsten im Kopf.

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