Von der Kathedrale, die Robert Guiskard 1076 beginnen ließ, steht vor allem der Glockenturm: 50 Meter Stein, 1153 im Auftrag Rogers II. von einem Baumeister namens Noslo di Remerio aufgeführt. Den Rest der Kirche haben Erdbeben so oft niedergelegt und wieder aufrichten lassen, dass die Bauphasen kaum zu entwirren sind; das barocke Gesicht von heute stammt aus der Bauzeit von 1770, die Erzbischof Spinelli nach den Schäden des Bebens von 1694 anordnete.
Sehenswertes
Den Turm liest man von unten wie eine Seite: Die beiden oberen Geschosse öffnen sich in je vier Biforien, die Rahmen wechseln zwischen weißem Trani-Stein und schwarzem Lavastein, und die zweifarbigen Einlagen zeichnen Fabeltiere. Die Spitze dagegen ist jung: Das oberste Geschoss stürzte beim Erdbeben von 1851 ein und wurde durch einen Helm nach dem Vorbild des Glockenturms der Kathedrale von Venosa ersetzt.
Im Inneren bewahrt die Kirche des 18. Jahrhunderts Splitter der normannischen: die Steinsäulen des Mittelschiffs, ein Bogenstück an der rechten Wand und weiter oben, zum Querhaus hin, die Öffnung, durch die man zur Empore gelangte. Aus Spinellis Jahrhundert stammen die Kassettendecke, die Bischofskathedra, die Kanzel und die Orgel. Im rechten Querhaus birgt ein großes Reliquiar die Statue des heiligen Alexander, Märtyrer und Patron der Stadt und des Bistums; an den Wänden hängen sein Martyrium, 1712 von Paolo De Matteis gemalt, und eine Madonna romea byzantinischer Prägung, deren Datierung und Herkunft unbekannt sind.
Der Besuch
Man betritt die Kirche vom Platz her, dessen Pflaster Ende 2007 erneuert wurde, durch das 2010 geweihte Portal: Die sechs Bronzetafeln erzählen die Verkündigung, die Aufnahme Mariens, die Herabkunft des Heiligen Geistes, die fünf Papstkonzilien von Melfi, das Martyrium des heiligen Alexander und einen Hirtenbesuch. Gleich hinter der Tür lohnt das linke Seitenschiff: Auf der eingemeißelten Tafel steht die Bulle, mit der Pius XII. die Kirche 1958 zur Basilica minor erhob.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie einmal ganz um den Glockenturm herum und schauen Sie ihn am späten Nachmittag gegen das Licht an: Die schwarz-weißen Einlagen der Biforien treten dann deutlicher hervor, und Sie erkennen die Umrisse der Tiere. Und wenn auch Venosa auf Ihrem Plan steht, merken Sie sich diese Turmspitze — dort oben finden Sie das Vorbild.
