Am ersten Sonntag im September kehrt die Statue des heiligen Rochus nicht in die Mutterkirche zurück: Sie kommt aus der Contrada Spinosa herauf und wird hierher gebracht, in die Kirche San Vito Martire, während vom Ort aus eine zweite Prozession aufbricht, um ihr in der Contrada Marano entgegenzugehen. An diesem Tag rückt der Bau, der im Grunde eine Kapelle ist und auf dem Platz mit dem Namen des Heiligen steht, wieder in die Mitte des Ortslebens.
Sehenswertes
Der Altar besteht aus Stein aus der Abetina, wenige Kilometer außerhalb des Ortes gebrochen und in den Portalen der Häuser der Altstadt wiederzuerkennen: Nebeneinandergestellt sagen diese Altäre und Portale, dass zwischen 1600 und 1700 in Ruoti fähige Steinmetzen arbeiteten. Ein zweiter, jüngerer Altar ist dem heiligen Donatus geweiht.
Im Gewölbe lohnt ein Gemälde den Halt: der heilige Rochus, Schutzpatron des Ortes, über einer Gesamtansicht von Ruoti, also über dem Ort selbst, ausgebreitet unter seinem Beschützer.
Der Besuch
Die Maße sind die einer Kapelle, entsprechend kurz fällt der Besuch aus: erst nach oben zum Gewölbe schauen, dann hinunter zu den beiden Altären. Das Gebäude wurde mehrfach instand gesetzt, immer aus Frömmigkeit der Gläubigen und nicht im Rahmen eines Denkmalprogramms; deshalb steht alter Stein neben deutlich jüngeren Eingriffen. Museumsöffnungszeiten haben die Kapellen von Ruoti nicht: im Ort nachfragen oder den Besuch auf das Patronatsfest legen.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie am 16. August und kommen Sie am ersten Sonntag im September wieder: Es sind die beiden Enden desselben Festes. Im August zieht die Statue hinaus zur Contrada Spinosa, im September kehrt sie hierher zurück, und die beiden Prozessionen, die aus Spinosa heraufkommende und die vom Bürgermeister angeführte, treffen in der Contrada Marano zusammen. Und wer sehen möchte, woher der Stein des Altars stammt: Die Abetina liegt wenige Kilometer vom Ortskern entfernt.
