Castelvenere

Provinz: Benevento · Region: Kampanien · Einwohner: 2.620 · PLZ: 82037

Von diesem Ort gibt es eine geschriebene Fotografie: den apprezzo von 1638, die Schätzung vor dem Übergang des Lehens an die Carafa. Darin steht, Castelvenere sei «auf ebenem Grund erbaut, sehr stark in seiner Mauer, mit Gräben ringsum», man betrete es von Westen durch ein Tor mit Zugbrücke, und drinnen finde sich «eine schöne gerade Straße von angemessener Breite, beiderseits in Gassen geteilt». Das Lehen wurde auf zehntausendfünfhundertzwanzig Dukaten geschätzt. Im Jahr 1532 zählte man sechsunddreißig Familien, am Ende des Jahrhunderts siebzig.

Im Jahr 1898 legte eine Grabung eine Pfahlbausiedlung frei: fünfundzwanzig Meter lang, vierzehn breit, auf neunundneunzig senkrecht in den Boden gerammten Pfählen, dazu Mufflonknochen und Feuersteinspitzen der Eisenzeit. Im Jahr darauf wurde genau dort die Kirche der Madonna della Seggiola geplant. Unter der via Mulino verlaufen dagegen die Tuffkeller, in der Renaissance zum Abbau des grauen Tuffs gegraben und später für den Wein erweitert: die Sage will, dass sich dort unten die Hexen versammelten. Der Wein ist das Handwerk des Ortes geblieben, mit der einheimischen Rebe Camaiola, «dem Barbera, der kein Barbera ist».

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