Ursprünglich 1388 von Pietro Cossa zum Andenken an seinen Vater Giovanni, Gouverneur von Ischia und Procida, gegründet, erhebt sich die Kathedrale Santa Maria Assunta im Ortskern von Ischia Ponte. Das heutige Gebäude geht auf den von den Augustinern betreuten Wiederaufbau des 18. Jahrhunderts zurück und wurde 1809 zum Sitz der Kathedrale, nachdem die alte Kirche im Inneren des Aragonesischen Kastells, von den Engländern während der Kämpfe mit den französischen Truppen beschossen, zerstört worden war.
Sehenswertes
Das Äußere zeigt eine barocke Fassade auf zwei Ebenen, die durch ein Gebälk geteilt wird, der Marmorstufen vorgelagert sind und die von einem schmiedeeisernen Tor abgeschlossen wird. Das dreischiffige Innere mit Marmorboden bewahrt bedeutende Kunstwerke, die vom alten Standort überführt wurden. Im linken Seitenschiff beherbergt die Taufkapelle ein Becken, das von Karyatiden aus dem 14. Jahrhundert mit den Allegorien der Sanftmut, der Gerechtigkeit und der Klugheit getragen wird, geborgen aus dem Grabmal von Giovanni Cossa: Hier wurde am 15. August 1654 der heilige Giovan Giuseppe della Croce getauft. Der Raum bewahrt Gemälde von Giacinto Diano, darunter die Leinwände des heiligen Augustinus, des heiligen Nikolaus von Tolentino, die Verkündigung und das Altarbild der Assunta über dem Hauptaltar, der zwischen 1746 und 1764 geschaffen wurde. Im Querschiff bewundert man außerdem ein Kruzifix katalanischer Schule aus dem 13. Jahrhundert und die Tafel der Madonna della Libera aus dem 14. Jahrhundert, vor der Vittoria Colonna und Francesco Fernando d'Avalos beteten.
Der Besuch
An der Außenseite des Bauwerks erhebt sich der Glockenturm über quadratischem Grundriss, 1596 als Wachturm gegen die Überfälle der Sarazenen errichtet und 1613 zum Glockenturm umfunktioniert. Beim Betreten des Mittelschiffs stellt ein Stuckhochrelief am Triumphbogen der Überlieferung nach die Frau des Gründers Pietro Cossa dar, während die Empore an der Gegenfassade die von zwei Säulen getragene Orgel beherbergt.
Tipp der Redaktion
Im rechten Querschiff verdient die Tafel der Madonna della Libera aus dem 14. Jahrhundert eine aufmerksame Betrachtung, einst in der alten Kathedrale des Aragonesischen Kastells verehrt und mit der Geschichte der Dichterin Vittoria Colonna verbunden.
