⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria di Costantinopoli

📍 Ischia, Kampanien · 59/100

1613 trennte sich eine Gruppe einheimischer Handwerker von der Bruderschaft der Seeleute und Fischer, um die Erzbruderschaft von Santa Maria di Costantinopoli zu gründen. Das Oratorium wurde 1626 an die Kirche dello Spirito Santo angebaut, genau gegenüber der Kathedrale Santa Maria Assunta in Ischia Ponte, um anschließend 1693 vollständig umgebaut und auch als Ort für Ratsdebatten genutzt zu werden. Über die Jahre nur konservierenden Restaurierungen unterzogen, die seine ursprüngliche Architektur bewahrt haben, bildet das Gebäude einen bedeutenden Ort des Kults und der lokalen Geschichte.

Sehenswertes

Dem Zugang ist eine Marmortreppe vorgelagert, die zu einem ersten Portal führt, das von zwei Säulen, einem Architrav und einem Giebel umrahmt wird: Hier befinden sich eine Marmorinschrift mit dem Namen der Bruderschaft, eine Nische mit der Statue der Madonna und eine kleine Glockenstube, die von einem Eisenkreuz bekrönt wird. Nach dem Durchschreiten des Portals gelangt man in einen offenen Hof, auf den die Kirche blickt, deren Fassade schlichte Linien aufweist, gebildet aus dem Eingangsportal und einem großen Fenster. Das Innere entwickelt sich einschiffig mit einem Tonnengewölbe, das in drei freskierte Felder gegliedert ist, während an der Gegenfassade die Empore angebracht ist. Die Seitenwände beherbergen Lünetten mit Fresken, die Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament darstellen, an deren Fuß ein hölzernes Chorgestühl mit doppelter Sitzreihe, Balustrade und Brüstung verläuft. Auf einem Sims des Chores ist eine Leinwand mit dem Herzen Jesu von 1787 angebracht, dem Maler Giacinto Diano zugeschrieben. Der Hauptaltar aus dem 18. Jahrhundert, aus polychromem Marmor gefertigt, ist am Fuß von einem Antependium geschmückt, das die Madonna del Melograno zeigt, ein Element aus einem Grabmal des Aragonesischen Kastells. In der oberen Nische steht die Statue der Madonna di Costantinopoli aus dem 18. Jahrhundert, am 25. August 1794 auf Betreiben von Bischof Sebastiano de Rosa vom Vatikanischen Kapitel gekrönt. Die Sakristei bewahrt außerdem die Leinwände mit der heiligen Anna mit der jungen Jungfrau und der Vision des heiligen Franz Xaver.

Der Besuch

Im historischen Zentrum von Ischia Ponte gelegen, ist die Kirche über die Marmortreppe erreichbar, die zum offenen Hof führt. Im Inneren lassen sich der einschiffige Bau, die Fresken der Lünetten und des Gewölbes, die Empore und der überaus reiche Altar aus polychromem Marmor des 18. Jahrhunderts bewundern.

Tipp der Redaktion

Beim Betrachten des Hauptaltars fällt die Besonderheit des Marmorantependiums mit der Madonna del Melograno auf: Diese Skulptur entstand ursprünglich als Teil eines monumentalen Grabmals, das im nahen Aragonesischen Kastell aufbewahrt wurde.

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