1616 baten die Besitzer von Booten und Feluken auf Procida, zusammengeschlossen im Pio Monte dei Marinai, den Vizekönig Herzog von Osuna um die Erlaubnis, eine Kirche zu Ehren von Santa Maria della Pietà zu errichten. 1619 fertiggestellt, wurde der Bau gegen Ende des 17. Jahrhunderts und dann um 1760 erweitert, als der ursprüngliche Kern in der Sakristei aufging. Heute steht die Chiesa di Santa Maria della Pietà e San Giovanni Battista an der Piazza Marina Grande.
Sehenswertes
Das Innere besteht aus einem einzigen Schiff mit Tonnengewölbe, zwei flachen Kapellen auf jeder Seite, einem Querhaus und einer Apsis. Über dem Querhaus ruht eine Kuppel auf einem schlanken Tambour, dessen Zwickel Stuck aus dem 18. Jahrhundert schmückt. In die Altäre aus eingelegtem Marmor im Querhaus sind zwei Gemälde von 1722 von Antonio Fumo eingefügt: links die Madonna delle Grazie mit den Heiligen Franz von Paola und Leonhard, rechts die Madonna del Carmine mit den Heiligen Andreas, Katharina von Alexandrien und Margareta. Unter den Seitenkapellen sticht die des heiligen Nikolaus hervor, verkleidet mit eingelegtem Marmor und Brekzien, mit einem Bildnis des Heiligen aus Pappmaché aus dem 19. Jahrhundert. An der linken Wand des Schiffs steht eine Kanzel aus Nussbaummaser, die der Kunsttischler Agostino Fucito zwischen 1744 und 1745 nach einem Entwurf von Giovanni del Gaizo ausführte. Über dem Eingang fällt die Sängerempore aus dem späten 18. Jahrhundert mit vergoldetem Blattwerk und einer Orgel derselben Zeit auf, während im Schiff auch eine Leinwand mit der Pietà von Domenico Guarino hängt. Die Apsis beherrscht der Hochaltar, den Antonio Di Lucca um 1766 meißelte, überhöht vom Tempietto mit einer polychromen Holzgruppe der Pietà aus dem 18. Jahrhundert.
Der Besuch
Die Kirche liegt direkt an der Piazza Marina Grande. Neben dem Hauptraum des Schiffs bewahren auch die Sakristei und die angrenzenden Räume Gemälde, Einrichtungsstücke und Holzskulpturen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert.
Tipp der Redaktion
Schau dir die Kanzel aus Nussbaummaser an der linken Wand des Schiffs genauer an: Dort erkennst du die Schnitzarbeit, die Agostino Fucito nach den Entwürfen des Architekten Giovanni del Gaizo ausgeführt hat.
