Gleich hinter der Porta Capuana, an einem vom Verkehr durchquerten Platz, steht eine Kirche, die in Neapel Schule machte: Als man sie 1510 begann, war sie die erste mit einer Kuppel auf Tambour nach der neuen Regel, die aus Florenz und Rom kam. Der Entwurf stammt von Romolo Balsimelli, einem Schüler Giuliano da Sangallos, und die Dominikaner, die sie wollten, dachten groß. Der Name kommt vom formale, dem Kanal der antiken Wasserleitung, der hier vorbeilief.
Sehenswertes
Das Innere ist ein einziges Schiff, weit und hell, mit Seitenkapellen unter tiefen Bögen und der Kuppel über dem Chor: eine klare, gemessene Architektur, sehr verschieden vom Barock, der die Stadt später überschwemmen sollte. Gewölbe und Kuppel wurden zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts freskiert, und der Gegensatz zwischen der Renaissancestruktur und der späteren Malerei ist das Interessanteste daran.
In einer Kapelle werden die Gebeine der Märtyrer von Otranto bewahrt: die Einwohner, die 1480, nach der Einnahme der Stadt durch die osmanische Flotte, in Massen getötet wurden, weil sie den Übertritt verweigerten. Die Überreste kamen wenige Jahre später nach Neapel und liegen hier in einer Urne hinter Glas. Es ist ein Stück Mittelmeergeschichte in einer Seitenkapelle, und die Kirche macht daraus kein Spektakel.
Der Besuch
Die Kirche liegt an der Piazza Enrico De Nicola, neben der Porta Capuana und dem Castel Capuano, zehn Minuten vom Dom; Eintritt frei, doch die Zeiten sind knapp und an die Gottesdienste gebunden. Eine halbe Stunde. Im Nachbargebäude, der ehemaligen bourbonischen Wollmanufaktur, gibt es heute Räume für Konzerte und Ausstellungen.
Tipp der Redaktion
Stellen Sie sich unter die Kuppel und sehen Sie hinauf: 1510 hatte in Neapel noch niemand so etwas gemacht, und alle Kuppeln, die später die Stadt füllten, stammen von dieser ab. Gehen Sie dann hinaus und fünfzig Meter bis zur Porta Capuana: Kirche und Tor wurden wenige Jahre auseinander von denselben toskanischen Handwerkern gebaut, deshalb ähneln sie einander.
