⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Luca

📍 Genova, Ligurien · 55/100

Über dem Portal läuft noch die lateinische Inschrift der alten Kirche: Im Oktober 1188 gründeten Oberto Spinola und seine Söhne Guidone, Ingone, Oberto, Guglielmo, Nicola, Giovanni und Bonifacio diese Kirche. Spinola, mehrfach Konsul von Genua, baute sie auf einem Grundstück seines Schwiegersohns Oberto Grimaldi und erhielt vom Papst den Status einer Familienpfarrei der beiden Häuser: San Luca ist bis heute die Kirche der Spinola. Im 17. Jahrhundert genügte der mittelalterliche Bau nicht mehr und wurde zwischen 1626 und 1650 vollständig neu errichtet; ein im Staatsarchiv gefundener Vertrag nimmt den Entwurf dem Dekorateur Carlo Mutone und schreibt ihn Bartolomeo Bianco zu.

Sehenswertes

Von außen sagt die Kirche wenig: eine gestufte Fassade an einer Ausweitung der Via San Luca, ein Gesims mit Reliefs zwischen zwei korinthischen Pilastern, ein Portal mit Marmorgiebel, darüber ein Lünettenfenster und über der Vierung die Kuppel mit Laterne. Innen kehrt sich alles um. Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz, und die Gewölbe tragen den Zyklus, den Domenico Piola im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts mit seinem Sohn Paolo Gerolamo und mit Antonio Maria Haffner malte, der die Scheinarchitekturen zog: die Krönung Mariens in der Kuppel, Jaël, Judit, Hiob und den Verlorenen Sohn in den Zwickeln, Szenen aus dem Leben des heiligen Lukas in Chor und Langhausgewölbe, Tugenden in Grisaille an der Innenfassade.

Auf dem Hochaltar, den Daniello Solaro 1649 entwarf, steht die Unbefleckte mit Engeln von Filippo Parodi aus weißem Carrara-Marmor; von Parodi stammt auch der hölzerne tote Christus von 1680, gefasst von Piola. Die Anbetung der Hirten des Grechetto von 1645 ist jenes Bild, das Ratti für das schönste erklärte, das wir von ihm besitzen. Dazu kommen das hölzerne Kruzifix von Francesco Fanelli von 1609 und ein Tabernakel-Reliquiar des 15. Jahrhunderts aus der mittelalterlichen Kirche, hinter der Apsis aufgestellt.

Der Besuch

Die Piazza San Luca ist kaum mehr als eine Verbreiterung der Gasse, mitten in den Caruggi zwischen Via di Fossatello und Via del Campo: dem alten carrubeus rectus, der Straße, über die man Genua von Westen betrat. Man kommt zu Fuß durch die Via San Luca, und die Fassade sieht man nur schräg, so eng ist der Platz. Die Kirche ist Pfarrei und zugleich Eigentum der Fondazione Spinola, die seit 2009 für den Unterhalt aufkommt, ihren Sitz im alten Loggienbau hat und Konzerte veranstaltet: Ein Konzertabend ist die beste Gelegenheit, die Fresken bei eingeschaltetem Licht anzusehen.

Tipp der Redaktion

Schauen Sie in die Kuppel hinauf: Im August 1943 verkohlten Brandbomben das im Mauerwerk eingelassene Holzgerüst, und was man heute sieht, ist das Ergebnis zweier Restaurierungen, einer nach dem Krieg und einer, die 2004 abgeschlossen wurde. Fragen Sie danach in der Sakristei nach dem Gang hinter die Apsis, wo das Reliquiar des 15. Jahrhunderts steht: Nach der Inschrift über dem Portal ist es das älteste Stück des Hauses.

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