Unter dem Hochaltar liegt ein Schwert, das der Überlieferung nach Papst Paul III. dem Andrea Doria schenkte: schon das zeigt, dass San Matteo keine gewöhnliche Pfarrkirche ist, sondern die Kirche einer Familie und formal bis heute deren Abtei. Gegründet hat sie 1125 Martino Doria, der nach dem Tod seiner Frau bei den Benediktinern von San Fruttuoso di Capodimonte eingetreten war, auf familieneigenem Grund unweit der Kathedrale San Lorenzo; das Patrozinium des heiligen Matthäus kam von seinem Beruf als Zöllner, dem Beruf der Doria, die den Heiligen zu ihrem Patron machten. Bischof Siro II. weihte sie 1132 in Anwesenheit von Papst Innozenz II., und 1278 wurde sie gotisch neu errichtet und gegenüber dem alten Bau zurückgesetzt: daraus entstand der quadratische Platz von heute.
Sehenswertes
Die Fassade ist die gotische, unversehrt erhalten: Streifen aus weißem Marmor und schwarzem Promontorio-Stein, zwei Lisenen teilen sie in drei Felder, in der Mitte eine große Rosette, an den Seiten zwei breite Einzelfenster. Auf den weißen Bändern laufen Inschriften mit den Taten der Doria, und in die Front ist ein spätrömischer Sarkophag mit einer Allegorie des Herbstes eingelassen, einst Grab des Lamba Doria, der ihn aus Korcula in Dalmatien mitgebracht hatte. Im Bogenfeld über dem Portal zeigt ein mittelalterliches Mosaik den heiligen Matthäus.
Im Inneren blieben von der Gotik nur die vier Spitzbögen unter der Kuppel; alles Übrige stammt aus dem 16. Jahrhundert. Giovanni Angelo Montorsoli erneuerte zwischen 1543 und 1547 Presbyterium, Kuppel und Krypta; zwischen 1557 und 1559 entwarf Giovan Battista Castello die Schiffe neu und schmückte mit Luca Cambiaso die Gewölbe mit Szenen aus dem Leben des heiligen Matthäus. In der Krypta, unter vergoldetem Stuck, steht das Grab des Andrea Doria; im linken Seitenschiff eine hölzerne, farbig gefasste Grablegung von Anton Maria Maragliano; auf der Empore des linken Querhauses die Orgel, die der römische Orgelbauer Antonio Alari 1773 baute.
Der Besuch
Die Kirche liegt im Viertel Molo und ist nur zu Fuß zu erreichen, durch die Gassen wenige Minuten von der Kathedrale San Lorenzo entfernt; wegen des Gefälles liegt der Vorplatz erhöht, man steigt eine kurze Treppe hinauf. Sie ist weiterhin Pfarrkirche, die Öffnungszeiten richten sich nach den Gottesdiensten, und der Vormittag ist die sicherste Zeit. Links der Fassade führt ein Bogen in den Kreuzgang, den ein Magister Marcus Venetus zwischen 1308 und 1310 im Auftrag des Priors Andrea di Goano errichtete: Spitzbögen aus Backstein auf gekuppelten Säulchen, in der Mitte ein kleiner Brunnen, entlang der Loggia Grabplatten der Doria. Seit 2004 sitzt hier die Architektenkammer von Genua.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie sich zuerst den Platz an, dann die Kirche. Die Paläste ringsum gehörten den Doria und wiederholen dieselben Spitzbogenarkaden und dieselben schwarz-weißen Bänder wie die Fassade: es ist die am besten erhaltene Ecke des mittelalterlichen Genua. Lesen Sie danach die Inschriften im Marmor, die Seesiege festhalten; auch das Banner, das man am 6. August 1284 einer pisanischen Galeere bei der Meloria abnahm, lag hier, und in der Kirche ruhen Lamba, Oberto und Luciano Doria.
