⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario della Madonna del Monte

📍 Genova, Ligurien · 55/100

Am 25. September 2022 verließen die Franziskaner die Madonna del Monte nach 578 Jahren. Sie waren am 13. September 1444 auf diesen Hügel im Viertel San Fruttuoso gezogen, neunundvierzig an der Zahl, kaum dass der von Doge Raffaele Adorno bezahlte Wiederaufbau fertig war; vor ihnen saßen hier die Mortarienser Chorherren, seit 1183 belegt, und die Volksüberlieferung setzt eine erste Marienkapelle sogar ins Jahr 958. Der »Monte«, 138 Meter über der Bisagno-Ebene, war die Orientierungsmarke für alle, die von Genua über die Kämme zur östlichen Riviera zogen und die hochwassergefährdete Talsohle mieden. Die heutige Kirche ist der Barockbau, den Giovanni Battista Ghiso zwischen 1654 und 1658 mit dem Geld der Familien Negrone und Saluzzo entwarf; am 13. Mai 1946 verlieh Pius XII. ihr den Titel einer Basilica minor.

Sehenswertes

Der Vorplatz ist mit schwarzen und weißen Kieseln gepflastert, ein ligurischer risseu, der das Wappen der Republik Genua, das Franziskanerzeichen und ein großes M für Maria bildet. Eine Tafel hält fest, dass Ferdinand IV. von Bourbon, König beider Sizilien, am 2. August 1785 bei der Jagd in den Wäldern am Hang drei Hirsche erlegte.

Innen ein kreuzförmiger Grundriss mit drei Schiffen, eine pyramidenförmige Kuppel über der Vierung und Fresken von Alessandro Franchi und Gaetano Marinelli aus dem frühen 20. Jahrhundert. Vom erhöhten Chorraum führt eine Treppe hinab in das Scurolo mit der hölzernen Marienstatue des 15. Jahrhunderts, die dem Sieneser Francesco di Valdambrino zugeschrieben wird, einem Schüler des Jacopo della Quercia; das Gewölbe zeigt Marienszenen von Giovanni Andrea Ansaldo. Der Hochaltar aus buntem Marmor stammt von Giovanni und Giovanni Battista Orsolino, das geschnitzte Chorgestühl aus der Abtei Boschetto im Polcevera-Tal, und an der Stirnwand hängt die Himmelfahrt Mariens von Domenico Fiasella aus dem Jahr 1632. Die zehn Seitenkapellen waren Grablegen des Patriziats: die dritte rechts, ganz mit schwarzem Marmor verkleidet, birgt die Vermählung Mariens von Simone Dondo, eine Renaissancetafel, die die Kostüme des 16. Jahrhunderts mit flämischer Genauigkeit festhält.

Der Besuch

Zwei historische Wege führen hinauf: die salita vecchia, im 15. Jahrhundert von den Brüdern hergerichtet, und die salita nuova, Mitte des 18. Jahrhunderts von den Saluzzo angelegt und von den Kreuzwegkapellen begleitet. Neben der Kirche hat sich der Bosco dei Frati gehalten, der Steineichenwald, den Raffaele Adorno dem Konvent im Jahr der Ankunft der Brüder schenkte und der heute größtenteils städtischer Park ist. Die Wohnblocks der Nachkriegszeit haben den Fuß des Hügels umschlossen, die Kuppe aber blieb ländlich und abseits.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den Aufstieg über die salita nuova und einen Halt auf dem Vorplatz, bevor man eintritt: von dort liest man das ganze Bisagno-Tal, Viertel für Viertel. Gut zu wissen: 1747, während der österreichisch-piemontesischen Belagerung, war das verschanzte Kloster ein Eckpfeiler der genuesischen Verteidigung; hätten die Österreicher auch diesen Hügel genommen, wären die Stadtmauern in Reichweite ihrer Artillerie gewesen. Und wer etwas mitnehmen möchte, sucht den Amaro Santa Maria al Monte, den Kräuterdigestif, dessen Rezept die Brüder dieses Konvents entwickelten.

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