Jeden Abend in der Dämmerung schlägt vom Glockenturm langsam die »Meeresglocke«: Sie erinnert an die genuesischen Seeleute, die nicht zurückgekommen sind. Aufgezogen wurde sie am 25. Mai 1930, als Papst Pius XI. die Kirche zur Basilica minor erhob. Die Wallfahrtskirche steht auf dem Hügel von San Teodoro, 132 Meter über dem Hafen, und zwar seit dem späten 15. Jahrhundert: 1487 kaufte der Adlige Ludovico Centurione das Grundstück, um dort ein Kloster der Paulaner zu errichten, und der Überlieferung nach hatte Franz von Paola selbst, der 1483 durch Genua kam, die Anhöhe bezeichnet. Im 17. Jahrhundert ließ Veronica Spinola, Fürstin von Molfetta, die Kirche vollständig neu bauen, in der Gestalt, die heute zu sehen ist. Die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs richteten schwere Schäden an, die Restaurierung war erst 1970 abgeschlossen.
Sehenswertes
Von außen verspricht die Kirche nichts: Sie hat keine sichtbare Fassade, die Umfassungsmauern sind kahl. Man betritt sie vom baumbestandenen Vorplatz durch einen kurzen Gang und eine verglaste Vorhalle, in der die Votivgaben hängen, die Seefahrer über die Jahrhunderte hinterlassen haben, dazu eine Statue des Heiligen und ein großer Anker, den der italienische Marineverband 2002 gestiftet hat.
Innen ist alles anders. Drei Schiffe, vierzehn Säulen, zehn Altäre, die die Seitenschiffe vollständig ausfüllen, bezahlt von Familien wie den Doria, den Balbi und den Spinola. Die Kapelle des Namenspatrons hat einen Altar im genuesischen Spätbarock mit Einlagen aus buntem Marmor, ein Werk des 18. Jahrhunderts von Francesco Schiaffino, von dem auch das Kruzifix des Hochaltars stammt. Die Böden der Seitenschiffe sind mit den Grabplatten des halben genuesischen Patriziats belegt: Veronica Spinola, Erzbischof Nicolò Spinola, der Architekt Ippolito Cremona und die Marchesa Luigia Pallavicini, gestorben 1841, der Ugo Foscolo seine berühmte Ode widmete. An den Wänden hängen die Geburt Christi (um 1565) und das Gebet am Ölberg (um 1570) von Luca Cambiaso, das Viatikum des heiligen Hieronymus von Giovanni Battista Paggi (1620), Leinwände von Orazio De Ferrari, Valerio Castello und Angela Airola sowie Fresken des 19. Jahrhunderts von Giuseppe Isola und Giacomo Borzino. Im angrenzenden Kreuzgang malten Ventura Salimbeni, Lazzaro Tavarone und die Brüder Calvi im 17. Jahrhundert die Wunder des Heiligen.
Der Besuch
Mit dem Auto kommt man über die via Bologna herauf, doch das wäre schade: Der richtige Weg ist die salita San Francesco da Paola, eine breite gepflasterte crêuza, im 19. Jahrhundert anstelle eines steilen, engen Pfades angelegt, mit den Kreuzwegstationen zu beiden Seiten. Oben dient der bepflanzte Vorplatz als Aussichtsterrasse über die Altstadt und das Becken des alten Hafens, und er ist auch dann zugänglich, wenn die Kirche geschlossen hat.
Tipp der Redaktion
Wir raten, am späten Nachmittag zu Fuß hinaufzugehen und auf dem Vorplatz den Sonnenuntergang abzuwarten: erst das Licht, das über den Hafen wandert, dann die Glocke. Und eine Einzelheit, die wir gern weitergeben: 1811, unter napoleonischer Besatzung, wurden drei Gemälde der Kirche in den Louvre gebracht, die Himmelfahrt von Giovanni Cambiaso, die Geburt Christi von Luca Cambiaso und der heilige Hieronymus von Paggi. Nach dem Sturz Napoleons kamen alle drei zurück, und sie hängen noch heute hier.
