Im September 1528 nahm Andrea Doria Genua den Franzosen wieder ab: Er erschien mit dreizehn Galeeren vor dem Hafen, ließ Bewaffnete an Land gehen und lehnte danach die ihm angetragene Herrschaft über die Stadt ab. Ihn interessierten, sagte er, die Unabhängigkeit und der Wohlstand der Republik, nicht der Glanz der Macht. Er zog sich nach Fassolo zurück, vor die Mauern, in eine Villa, die er 1521 von den Lomellini gekauft hatte und die der Krieg gerade verwüstet hatte. Von dort aus, in Abstand zum Dogenpalast, hielt er bis zu seinem Tod 1560 die Fäden der genuesischen Politik in der Hand. Sein Wohnsitz kam nie auf die Rolli-Listen, denn er war eine Vorstadtvilla und kein Stadtpalast.
Sehenswertes
Mit dem Umbau wurde Perino Buonaccorsi betraut, genannt Perin del Vaga, ein Schüler Raffaels, der hier zwischen 1529 und 1533 mit einer Gruppe raffaelesker Künstler arbeitete. Das Portal der Nordfassade zur via San Benedetto, gemeinsam mit Silvio Cosini gehauen, trägt im Giebelfeld das Wappen der Doria und die Inschrift Fundavit eam Altissimus. Im Inneren reiht die Loggia degli Eroi die Ahnen der Doria an den Wänden und die römischen Tugenden in den Gewölbekappen auf: ein Zyklus, der schon nach seiner Vollendung berühmt war und den Vasari in seiner Vita des Perino erwähnte.
Das Hauptstück ist der Salone della Caduta dei Giganti, wo Perino das gesamte Gewölbe zu einer einzigen Komposition zusammenfasste und wo der Thron Karls V. stand, der 1529 und noch einmal 1533 in der Villa zu Gast war. An den Wänden hängen flämische Wandteppiche des 15. Jahrhunderts mit den Taten Alexanders des Großen; in der Sala della Carità Romana sind die Kartons Luca Cambiasos für die Teppiche der Seeschlacht von Lepanto zu sehen sowie die Kette des Goldenen Vlieses, die der Kaiser Doria überreichte. Im italienischen Garten zum Meer hin stehen der Tritonbrunnen von Giovanni Angelo Montorsoli und der Neptunbrunnen, den die Carlone zwischen 1599 und 1601 errichteten.
Der Besuch
Die Villa liegt wenige Minuten vom Bahnhof Genova Piazza Principe entfernt, der nach ihr benannt ist und der ihr 1854 mit der Eisenbahn den Berggarten abschnitt. Auch das Meer ist weitergerückt: Die Stazione Marittima und die Verbreiterung der via Adua haben die private Anlegestelle des Fürsten getilgt. Man betritt das Haus von der via San Benedetto aus und durchquert das Appartement des Fürsten, die Galleria Aurea von 1595 und die Gärten; einige Räume wie die Camera di Cadmo tragen noch die Spuren der Bombardierungen von 1944, die bei der Restaurierung von 2008 zum Teil behoben wurden. Seit 2013 gehört die Anlage dem Trust Doria Pamphilj und ist als Museum zugänglich.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, im Garten zu beginnen und die Südfassade von unten zu betrachten, bevor man hinaufgeht: Die Loggien und Terrassen sind nicht aufeinander ausgerichtet, und man sieht sofort, dass hier die Dekoration mehr zählte als die Symmetrie. Im Salone dei Giganti suchen wir dann immer die Stelle unter der Gewölbemitte, von der aus der Sturz einem entgegenzukommen scheint.
