⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Martino

📍 Ronco Scrivia, Ligurien · 47/100

Die erste sichere Erwähnung dieser Kirche stammt vom 10. Januar 1250: eine Urkunde, die die Pfarrei von der Kurie Tortona an das Erzbistum Genua übergibt und sie der Pieve von Ceta zuordnet, also der Pieve Santa Maria Assunta in Borgo Fornari. Das heutige Gebäude ist jünger. Die Arbeiten endeten 1641, am linken Ufer der Scrivia, wo die alte Pfarrkirche stand; die Segnung nahm der Priester Gio. Andrea Chioino vor, wie eine erzbischöfliche Genueser Urkunde vom 4. Januar 1641 festhält. Am 21. Februar 1823 erhob Kardinal Luigi Lambruschini sie zur Propstei, am 16. Januar 1843 wurde sie Sitz eines Landdekanats, feierlich geweiht wurde sie aber erst am 16. September 1849 durch Monsignore Alerame Pallavicino.

Sehenswertes

Das Renaissance-barocke Aussehen ist das Ergebnis einer langen Reihe von Eingriffen. Der Chor wurde 1706 vollständig neu gebaut, die Fassade 1795 umgestaltet, die Sakristei 1797. Zwischen April 1899 und Dezember 1903 änderte sich die Fassade erneut, und damals kam das Fresko des heiligen Martin hinzu, jenes Bischofs von Tours, dem die Kirche geweiht ist: Es ist das Erste, was vom Platz aus auffällt.

Im Inneren besteht der Hochaltar aus mehrfarbigem Marmor und wurde vor 1760 gemeißelt; die Stuckarbeiten tragen dagegen die Jahreszahl 1923. In der zweiten Kapelle rechts hängt ein Gemälde mit den Heiligen Philipp Neri, Ignatius und Franz Xaver von Giovanni Lorenzo Bertolotto, in der Apsis ein Bild der Heiligen Rochus und Antonius von Orazio De Ferrari, einem der solidesten genuesischen Maler des 17. Jahrhunderts.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza della Vittoria im Zentrum von Ronco Scrivia, wenige Gehminuten vom Bahnhof. Sie ist Pfarrkirche des Vikariats Valle Scrivia im Erzbistum Genua und richtet sich nach den Gottesdienstzeiten: außerhalb der Messen hängt der Zugang davon ab, wer gerade öffnet; am besten fragt man in der Sakristei.

Tipp der Redaktion

Zuerst die Fassade vom Platz aus ansehen und das Martinsfresko suchen, erst dann hineingehen: So versteht man besser, wie viele Überarbeitungen sich auf derselben Bauhülle angesammelt haben. Drinnen gehen wir gleich zur Apsis, wegen des De Ferrari, und heben uns die zweite Kapelle rechts für den Schluss auf. Wer sonntagvormittags kommt, wartet besser das Ende der Messe ab: Das hier ist vor allem eine tätige Pfarrei.

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