🏰 Burgen und Schlösser

castello di Savignone

📍 Savignone, Ligurien · 47/100

Von der Burg von Savignone sind weder Dächer noch Säle geblieben: Erhalten ist ein Mauerring auf einem Felsen aus Puddingstein, dem Konglomerat von Savignone, das dem Ort seinen Namen gab, 150 Meter über dem Dorf im oberen Scrivia-Tal. Üblicherweise wird sie auf 1207 datiert, als die Tortonesen sie gründeten und einen gewissen Ogerio als Kastellan einsetzten, im Amt bis 1210; ältere Urkunden, eine Bulle Hadrians IV. und das Privilegium Friedrich Barbarossas, lassen jedoch vermuten, dass hier schon etwas stand.

Sehenswertes

Das stärkste Stück ist der Turm im Süden mit hufeisenförmigem Grundriss: nach innen gerade, nach außen rund, massig, gebaut gegen die Wirkung der ersten Feuerwaffen. Im Obergeschoss öffnet sich ein großes Fenster, auf Kellerhöhe eine Geschützscharte; im Inneren haben sich ein Treppenstück und die Aussparungen der Kamine im ersten und zweiten Geschoss erhalten. Dieselbe Idee war zuvor an den vier Türmen der nahen Burg von Montoggio umgesetzt worden, die Sinibaldo Fieschi umbauen ließ, und davor an den genuesischen Festungen Briglia und Castelletto.

Auf der anderen Seite brauchte es nichts: Dort verteidigte der Abgrund. In der Mitte des Mauerrings liegt der Hof, der offene Platz, auf dem sich die Mannschaft sammelte; hinauf führt eine enge Treppe aus den Kellern. Diese sind in den Puddingstein geschlagen: ein großer Raum für die Soldaten, an zwei Seiten von der Umfassungsmauer geschlossen, und eine Zisterne für das Wasser. Im Norden stehen die Reste des Herrenhauses, dessen Fenster sehr hoch angesetzt sind.

Der Besuch

Die Burg gehört heute der Gemeinde und ist zugänglich; man erreicht sie zu Fuß vom Dorf aus, durchgehend bergauf. Unter Schutz stehen die Reste seit 1910, als eine ministerielle Verfügung die Markgrafen Crosa di Vergagni band, die letzten privaten Eigentümer und Erben der Fieschi. Eine Sicherung zwischen 2007 und 2013, finanziert aus europäischen Regionalmitteln, stabilisierte den tonnengewölbten Eingang, den Hof und den Turm; seit 2015 finden hier historische Veranstaltungen statt, dazu kommt ein Lehrpfad des Naturkundlers Ugo De Cresi mit der Gruppe Zampe libere.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, mit einer Jahreszahl im Kopf hinaufzusteigen: 1256, als Giacomo Fieschi, Graf von Lavagna, mit dem Baumeister Runfredo de Sena den Vertrag über Arbeiten an der Burg schloss. Die Fieschi hielten sie länger als jedes andere Geschlecht, nachdem der genuesische Podestà Corrado di Concesso die Festung 1242 Guglielmo Spinola entrissen hatte, der sich Friedrich II. angedient hatte. Von oben versteht man die Hartnäckigkeit: Hier verlief der Weg ins Oltregiogo und zu den Reichslehen, und wer den Felsen hielt, hielt den Durchgang.

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