1439 verzeichnet eine Urkunde die Weihe der Kirche Santa Caterina: Es ist die erste schriftliche Erwähnung des Baus, und auf dieses Datum stützt sich die Gründung im 15. Jahrhundert. Damals wies die Fassade nach Norden; die heutige Ausrichtung geht auf den 1607 begonnenen und 1609 abgeschlossenen Umbau zurück, der die Kirche drehte. Vom älteren Bau blieben nur einige Fragmente des Portals, in Masone verwahrt und derzeit vorübergehend im Oratorium San Sebastiano untergebracht.
Sehenswertes
Der Innenraum hat drei Schiffe — ein breites mittleres und zwei seitliche —, gegliedert von Pfeilern mit Lisenen, die in den Chor münden, wo die Hauptkapelle von zwei kleineren flankiert wird. Der Hochaltar besteht aus buntem Marmor, gearbeitet von lombardischen Marmormeistern; im Querhaus trägt der linke Altar die Madonna del Rosario, eine Marmorstatue von Filippo Parodi, während der rechte, früher der heiligen Lucia geweiht, in einer Nische den Prozessionsschrein der Madonna degli Angeli birgt.
Die Holzgruppe in diesem Schrein ist das stärkste Stück: aus dem 18. Jahrhundert, mit guten Gründen Anton Maria Maragliano und seiner Werkstatt zugeschrieben, wurde sie 1811 vom Kloster der Santissima Annunziata del Vastato in Genua erworben. Suchen sollte man außerdem das Taufbecken aus weißem Marmor, wohl genuesische Arbeit um die Wende zum 17. Jahrhundert, den farbig gefassten Ecce Homo eines unbekannten neapolitanischen Bildhauers in der Misericordia-Kapelle sowie die Gemälde, von Bernardo Castellos Aufnahme Mariens von 1621 über der Sakristeitür bis zur Heimsuchung von Simone Balli.
Der Besuch
Die Kirche ist die Pfarrkirche von Rossiglione Superiore und steht an der Piazza Madonna degli Angeli im oberen Ortsteil, im Stura-Tal. Kirchliche und weltliche Grenzen decken sich hier nicht: Die Gemeinde gehört zur Metropolitanstadt Genua, die Pfarrei zum Bistum Acqui — nachdem sie ab 1478 Tortona zugeordnet war, in napoleonischer Zeit an Casale Monferrato fiel und 1816 nach Acqui zurückkehrte. Die Öffnungszeiten richten sich nach den Messen. Die klassizistische Fassade, 1856 neu entworfen, ist die jüngste Schicht von fünf Jahrhunderten Bautätigkeit; und der Fluss unten im Tal ist kein Nebenaspekt, denn ein Hochwasser der Stura beschädigte im 18. Jahrhundert die Ausstattung und riss die alte Orgel mit sich, die erst 1862 ersetzt wurde.
Tipp der Redaktion
Kommen Sie zum Patronatsfest, wenn der Schrein der Madonna degli Angeli seine Nische verlässt: auf den Schultern getragen, wirkt die Gruppe so, wie sie gedacht war, weil das Licht über die Figuren wandert, statt sie flach zu machen. Außerhalb des Festes bitten wir in der Sakristei darum, das Licht im Querhaus einzuschalten: Im Halbdunkel kommen Parodis Statue und die Marmoraltäre der Seitenschiffe — die des heiligen Rochus und der Madonna del Carmine stammen von Bernardo Mantero — nicht zur Geltung.
