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⛪ Kirchen und Heiligtümer

Palazzo comunale di Rossiglione

📍 Rossiglione, Ligurien · 47/100

Das Rathaus von Rossiglione ist ein umgebautes Kloster, und man sieht es: Der Mehrzwecksaal des Ortes war die Kirche der Minderbrüder, geweiht im Jahr 1645. Das Grundstück kauften die beiden Gemeinden Rossiglione Superiore und Rossiglione Inferiore gemeinsam, die Kaufurkunde trägt das Datum 9. Oktober 1530; gebaut wurde jedoch erst ab 1621. Das Gebäude steht an der Piazza Giacomo Matteotti im unteren Ortsteil.

Sehenswertes

Von der Klosteranlage, die der Aufnahme Mariens geweiht war, sind erkennbare Spuren der franziskanischen Bauweise geblieben: nüchterne Proportionen, ruhige Flächen, der schmucklose Zuschnitt, den die Minderbrüder ihren eigenen Häusern gaben. Im 18. Jahrhundert wurde das Haus erweitert, inzwischen ein gewichtiges religiöses Zentrum für das Stura-Tal, und mit beweglichem Besitz ausgestattet, der später vollständig verloren ging: Zu sehen ist heute die Hülle, nicht ihr Inhalt.

Die Klosterkirche wird nicht mehr für Gottesdienste genutzt. Als Mehrzwecksaal dient sie Versammlungen, Konzerten und Veranstaltungen des Ortes, und hier liest sich der Weg vom Kloster zum Rathaus am deutlichsten: Der Raum blieb derselbe, die Nutzung änderte sich vollständig.

Der Besuch

Die Piazza Giacomo Matteotti ist der Mittelpunkt von Rossiglione Inferiore, an der Straße, die durch das Tal zum Turchino-Pass hinaufführt. Rossiglione besteht aus zwei historischen Ortsteilen, Superiore und Inferiore, und das Rathaus liegt im zweiten: Das sollte man wissen, um nicht am falschen Ende zu suchen. Die Amtsräume halten die üblichen Öffnungszeiten, der Saal öffnet zu Veranstaltungen.

Tipp der Redaktion

Wir stellen uns gern vor das Portal und ordnen die Jahreszahlen. 1805 vertrieb die napoleonische Aufhebung der Orden die Franziskaner, und die eben erst zu einer Gemeinde vereinten Ortsteile machten das frühere Kloster zu ihrem Verwaltungssitz; 1818 holte ein Königliches Dekret Viktor Emanuels I. von Savoyen, König von Sardinien, die Brüder zurück; 1855 wies das Siccardi-Gesetz sie ein zweites Mal hinaus; 1866 zog die Gemeindeverwaltung endgültig ein. Sechs Jahrzehnte italienischer Geschichte hinter einer einzigen Tür. Fragen Sie im Rathaus, ob im Saal etwas stattfindet: Nur so kommt man in die alte Kirche hinein.

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