Der Weiler heißt Alpe, und seine Kirche ist der Madonna vom Schnee geweiht: In einem Bergdorf des Valle Scrivia ist das keine poetische Wahl, sondern eine Wohnsitzerklärung. Die Frömmigkeit geht auf die römische Legende eines Augustschneefalls zurück, der zeigte, wo eine Basilika zu bauen sei, und hier oben traf sie auf Leute, die sechs Monate im Jahr mit Schnee rechneten.
Sehenswertes
Die Bewohner von Alpe bauten sich 1720 eine erste Kapelle. Der heutige Bau stammt dagegen aus den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts und entstand in drei Jahren; Kuppel und Glockenturm kamen später, am Ende des Jahrhunderts. Auf dem Hochaltar steht eine Marmorstatue der Jungfrau.
Lange hing die Gemeinde von der Pfarrei Vallenzona ab: Die Eigenständigkeit kam erst 1894, durch Erlass des Erzbischofs von Genua. Zwischen der ersten Kapelle und der eigenen Pfarrei lagen fast zwei Jahrhunderte, was die übliche Zeit ist, in der ein Bergweiler sich das Recht erkämpft, sich selbst zu genügen.
Der Besuch
Die Kirche steht im Weiler Alpe di Vobbia, im oberen Valle Scrivia; als Bergpfarrkirche öffnet sie zu den Gottesdiensten und ist im Sommer am belebtesten. Eine Viertelstunde.
Tipp der Redaktion
Sie sind wenige Kilometer vom Castello della Pietra entfernt, einem der unwahrscheinlichsten Orte Liguriens: eine mittelalterliche Festung, eingeklemmt zwischen zwei Felsnadeln, die von weitem wie ein geologischer Irrtum aussieht. Man erreicht sie zu Fuß vom Talgrund und besichtigt sie in der warmen Jahreszeit. Wenn Sie schon hier heraufgestiegen sind, fahren Sie nicht ohne sie ab.
