Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, wechselte der Palazzo del Parco mehrfach seine Bestimmung, bevor er die heutige fand. Der Wendepunkt kam im März 1965, als die Gemeinde Diano Marina das Gebäude kaufte: Im ersten Stock fand die Stadtbibliothek Platz, am 17. Oktober 1972 für das Publikum geöffnet und ein Jahr zuvor nach dem hier geborenen Dichter Angiolo Silvio Novaro benannt. Beschlossen hatte der Gemeinderat die Bibliothek bereits am 26. April 1957, und schon im Dezember 1926 war derselbe Vorschlag im Umlauf: rund dreißig Jahre Wartezeit, dann noch einmal fünfzehn bis zur Öffnung der Türen.
Sehenswertes
In den Sälen des Gebäudes liegt das Stadtmuseum mit drei Abteilungen. Die archäologische ist die umfangreichste: 2004 vom Internationalen Institut für Ligurische Studien gemeinsam mit der Gemeinde und der Denkmalbehörde für die archäologischen Güter Liguriens neu eingerichtet, füllt sie neun Ausstellungssäle und einen Multimediaraum. Die Funde stammen sämtlich aus dem Gebiet zwischen Capo Berta und Capo Cervo, den beiden Landspitzen, die den Golf schließen: dieselbe Küste, die von den ligurischen Ingaunern bewohnt und später von den Römern übernommen wurde, die hier die Raststation Lucus Bormani anlegten.
Die Abteilung zum Risorgimento wurde 2007 eröffnet und 2011 zum Jubiläum von 150 Jahren italienischer Einheit neu gestaltet; sie trägt den Namen von Andrea Rossi aus Diano, dem Lotsen der Tausend Garibaldis. Die dritte Abteilung ist mineralogisch und geht auf eine Privatsammlung zurück: rund 250 Stücke, größtenteils aus dem Besitz der Familie De Cavero, in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts von der Gemeinde erworben. Bis hierher war es ein Umweg: 1971 provisorisch in Vitrinen der örtlichen Mittelschule untergebracht, kamen die Mineralien erst 2005 in den Palazzo del Parco.
Der Besuch
Das Gebäude steht im Ortskern, und Diano Marina hat einen eigenen Bahnhof an der Linie Genua-Ventimiglia, in Betrieb seit dem 25. Januar 1872. Unter einem Dach leben zwei Einrichtungen mit getrennten Abläufen, die Bibliothek im ersten Stock und das Museum in den Sälen, die Öffnungszeiten müssen also nicht übereinstimmen: vorher nachsehen. Für den Museumsrundgang sollte man eine gute Stunde einplanen, denn die neun archäologischen Säle sind dicht bestückt, und der Multimediaraum hilft, das Gesehene wieder zu ordnen.
Tipp der Redaktion
Wir beginnen bei den Mineralien der De Cavero, der am wenigsten erwartbaren der drei Abteilungen, und enden im ersten Stock mit der Frage nach einem Band von Angiolo Silvio Novaro: schneller versteht man nicht, warum ein Bau des 19. Jahrhunderts den Namen eines Dichters trägt. Danach lohnt im selben Ort der Weg zum archäologischen Areal von Prato Fiorito, wo die entweihte Kirche der Heiligen Nazarius und Celsus steht und wo dasselbe Internationale Institut für Ligurische Studien seit 2005 Grabungskampagnen durchführt: Die Stücke aus den Vitrinen kehren dorthin zurück, wo sie aus dem Boden kamen.
