⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa del Sacro Cuore

📍 Diano Marina, Ligurien · 43/100

Diese Kirche entdeckt man erst, wenn man in das Viertel hineingeht: klein, zwischen die übrigen Gebäude des Franziskanerklosters geklemmt, an einem kleinen Platz im Viertel Sant'Anna gelegen, mit neugotischen Bau- und Schmuckformen. Errichtet wurde sie zwischen dem Ende des 19. und den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, in eben den Jahrzehnten, in denen sich Diano Marina von Erdbeben und Flutwelle des 23. Februar 1887 erholte.

Sehenswertes

Die Neugotik ist in Diano Marina die Ausnahme. Die anderen Kirchen erzählen von anderen Epochen: der spätromanische Saalbau der Santi Nazario e Celso im Grabungsgelände von Prato Fiorito; das Oratorium der Santissima Annunziata am Hafen, wohl mittelalterlichen Ursprungs, mit Fresken von Tommaso und Matteo Biazaci da Busca; die Pfarrkirche Sant'Antonio an der Uferpromenade, zwischen 1862 und 1865 neu erbaut. Das Sacro Cuore folgt dagegen dem europäischen Geschmack des ausgehenden Jahrhunderts, der die gotischen Formen wieder aufgriff.

Die Kirche gehört zu einer Klosteranlage und wird von den Franziskanerinnen Missionarinnen vom Unbefleckten Herzen Mariä betreut. Der bescheidene Maßstab und die zurückgesetzte Lage zwischen den Häusern gehören zu ihrem Wesen: kein Repräsentationsbau am Meer, sondern eine Kirche des Viertels, gebaut für die Leute, die um sie herum aufgewachsen sind.

Der Besuch

Wir sind im Ortszentrum, in der Via Martino, wenige Minuten von der Uferpromenade und vom Bahnhof entfernt: Die Bahnlinie Genua-Ventimiglia eröffnete hier am 25. Januar 1872 ihren Halt und brachte Diano Marina zuerst den Tourismus der gehobenen Kreise, später den Massenurlaub der fünfziger und sechziger Jahre. Das Sacro Cuore ist ein genutzter Sakralbau ohne Museumszeiten: Am besten kommt man kurz vor den Gottesdiensten und besichtigt nicht währenddessen. Der kleine Platz davor ist die einzige freie Fläche, von der aus man die Fassade ganz erfasst.

Tipp der Redaktion

Wir verbinden den Besuch mit einem Gang zum Palazzo del Parco, wenige Häuserblocks entfernt: Dort sind die Stadtbibliothek Angiolo Silvio Novaro und das Stadtmuseum untergebracht, dessen archäologische Abteilung die Funde zwischen Capo Berta und Capo Cervo zeigt, wo die römische Station Lucus Bormani lag. Und wer zu Fronleichnam in Diano Marina ist, sollte die Infiorata suchen: Die erste Ausgabe stammt von 1963, und Teppiche aus Blütenblättern bedecken die Gassen der Altstadt.

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