⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Assunta

📍 Diano Castello, Ligurien · 48/100

Die 1986 begonnene Restaurierung legte unter dem Putz von Santa Maria Assunta Freskenzyklen frei, die fast alle Wandflächen bedecken: einer der bedeutendsten Malereibestände der Provinz Imperia, jahrhundertelang unsichtbar. Der romanische Bau geht auf das 12. und 13. Jahrhundert zurück, der Glockenturm daneben stammt aus dem Barock.

Sehenswertes

Das älteste Bild ist ein heiliger Christophorus, frontal und reglos: Laut Manfredini erinnert er an griechische Ikonen und hat enge Verwandte in der Pieve Santa Maria della Ripa in Pieve di Teco und im Christus Pantokrator der Pfarrkirche von Ormea. Gemalt hat ihn ein anonym gebliebener ligurisch-piemontesischer Künstler zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert, fast hundert Jahre vor jener Werkstatt, die die Wände mit dem Leben Jesu und Mariens füllte: Die Folge beginnt mit dem Opfer des heiligen Joachim im Tempel und endet mit der Auferstehung, Christus verlässt das Grab mit der Kreuzfahne in der Hand. Die lange wiederholte Zuschreibung dieser Fresken an Antonio da Monteregale ist zurückzuweisen.

In einer Nische der rechten Wand steht ein Polyptychon, das Stil und Aufbau jener Tafel folgt, die Carlo Braccesco 1478 für die Wallfahrtskirche von Montegrazie schuf: in der Mitte die thronende Madonna mit Kind, seitlich Johannes der Täufer und die heilige Klara, im oberen Register der Schmerzensmann zwischen dem heiligen Sebastian, einem Mönchsheiligen, der heiligen Anna Selbdritt und dem heiligen Nikolaus. An der fensterlosen Wand gegenüber dem Presbyterium hängen zwei Polyptychen des 16. Jahrhunderts: eine Madonna mit Kind aus dem Umkreis der Brea, tätig zwischen Ligurien und der Grafschaft Nizza, und eine heilige Lucia mit Heiligen aus dem Umkreis des Agostino Casanova. Außen bewahrt die Apsis einen durchlaufenden Bogenfries auf figürlichen Konsolen mit Köpfen, dazu Rundbogenfenster, Bogenfriese mit Gesims und die kreuzförmige Öffnung im Giebel: romanische Formen, keine gotischen.

Der Besuch

Die Kirche liegt in der Altstadt zwischen der Via delle Torri und der Piazza Giudice, wenige Schritte von der Pfarrkirche San Nicola di Bari entfernt. Diano Castello sitzt auf einem Hügel über der Ebene, die nach Diano Marina und Cervo abfällt: Von der Küste führt die Provinzstraße 37 in wenigen Minuten hinauf, der Ort selbst wird zu Fuß erkundet. Veröffentlichte Öffnungszeiten gibt es nicht; ist die Tür verschlossen, fragt man am besten in der Pfarrei nach.

Tipp der Redaktion

Wir gehen vor dem Eintreten einmal um die Apsis herum: Die geschnitzten Gesichter auf den Konsolen sind nur von außen zu erkennen, und im tiefen Nachmittagslicht treten sie deutlich hervor. Drinnen suchen wir zuerst den Christophorus und erst danach den Zyklus des 15. Jahrhunderts: Fast ein Jahrhundert liegt dazwischen, und wie die gemalten Architekturen und Perspektiven gebaut sind, ändert sich sichtbar.

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