⛪ Kirchen und Heiligtümer

Oratorio di San Giovanni Battista

📍 Triora, Ligurien · 55/100

Fast alles in diesem Oratorium haben Leute von hier gemacht. Die Altarbilder stammen von Lorenzo Gastaldi, einem Maler aus Triora, und von seinem Vater Battista: zwei Generationen derselben Familie, die für dieselbe Bruderschaft im selben Dorf malen. Der hölzerne Altar stammt von einem Schnitzer aus Molini di Triora, und ein Dorfgenosse ließ ihn auf eigene Kosten vergolden.

Sehenswertes

Der Bau stammt von 1632 und ersetzte einen früheren Sitz unterhalb der Stiftskirche. Das Bild des Sohnes, die Namengebung des Täufers, ist signiert und auf 1682 datiert; das des Vaters zeigt die Dreifaltigkeit mit den Heiligen Agnes und Katharina und wurde dreißig Jahre früher von einem Laien des Ortes bestellt.

Dazu kommen Werke von auswärts: eine Tafel mit der Rosenkranzmadonna zwischen den Heiligen Vinzenz Ferrer und Dominikus, aus dem sechzehnten Jahrhundert, Luca Cambiaso zugeschrieben, und ein heiliger Nikolaus von Tolentino aus einer anderen Kirche des Ortes. Für den Prozessionskasten wandte sich die Bruderschaft dagegen an den besten Holzbildhauer Genuas, Anton Maria Maragliano, der die Statue des Täufers schuf.

Der Besuch

Das Oratorium liegt in der Via Veneziano Giauni, im Zentrum von Triora, im oberen Argentina-Tal; der Ort ist vor allem für die Hexenprozesse des späten sechzehnten Jahrhunderts bekannt, und wer deswegen heraufkommt, tritt hier meist nicht ein. Es öffnet zu Gottesdiensten und zu besonderen Anlässen. Zwanzig Minuten.

Tipp der Redaktion

Suchen Sie die beiden Gastaldi-Bilder und betrachten Sie sie nebeneinander. Es ist eine Familienwerkstatt im Querschnitt: Vater und Sohn, dreißig Jahre auseinander, arbeiten für dieselben Auftraggeber im selben Raum. In Museen sind Maler einzelne Namen; hier sieht man das Handwerk von einer Generation zur nächsten wandern.

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