Paratico

Provinz: Brescia · Region: Lombardei · Einwohner: 4.464 · PLZ: 25030

Als die Bahn von Palazzolo 1876 Paratico erreichte, endete die Strecke am Ufer des Iseosees, und die Waggons fuhren schwimmend weiter: der Ort wurde zum Umschlagpunkt für die Kähne, die die mit Stahlprodukten aus Lovere beladenen Wagen übersetzten. Der Bahnhof Paratico-Sarnico steht noch, als letzter der Linie, und die Fondazione FS Italiane nutzt ihn für Touristenzüge. Auf das Gemeindegebiet fällt außerdem der genaue geographische Mittelpunkt der Lombardei, was dieses Stück Ufer zugleich zur Endstation und zum Schwerpunkt macht.

Viertausendvierhundertvierundsechzig Einwohner in der Provinz Brescia, am Südende des Sees, am Westrand der Franciacorta. Am Ufer fand man Reste von Pfahlbausiedlungen aus der Zeit um 2000 v. Chr. Über dem Ort stehen die Ruinen der Burg der Lantieri, die den Abfluss des Oglio aus dem See überwachte und zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts fast vollständig abgetragen wurde; laut der 1600 verfassten Familienchronik weilte Dante dort im Jahr 1311 und entnahm jenen Mauern die Gestalt seines Purgatoriums. Das ist eine Überlieferung, kein Dokument, und so ist sie zu nehmen.

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