Sabbio Chiese

Provinz: Brescia · Region: Lombardei · Einwohner: 3.831 · PLZ: 25070

Ende des fünfzehnten Jahrhunderts beschloss Venedig, die Verteidigung des Valle Sabbia auf die Rocca d'Anfo zu konzentrieren, und alle anderen Festungen des Tals verloren ihre Aufgabe. Die Rocca von Sabbio, die auf einem Dolomitfelsen über dem Bett des Vrenda stand und zwischen dem neunten und zehnten Jahrhundert als Erdwerk mit Palisaden entstanden war, wurde daraufhin in ein Heiligtum verwandelt: 1527 wurde sie zur Kirche der Seligen Jungfrau vom Glockenturm und 1588 durch päpstliche Bulle zu einem nicht geweihten Oratorium. Man erreicht sie über 107 Stufen und tritt durch das militärische Tor ein, das noch Wachraum und Schießscharten hat.

Drinnen ist der Bau doppelt: zwei übereinanderliegende Kirchen, beide der Verkündigung geweiht, und im Fels darunter Gänge und Gefängnisse, gehauen, als man sich noch verteidigen musste. Die Altäre der unteren Kirche tragen bemalte Holzskulpturen aus der Werkstatt der Boscaì, der Schnitzer des Valle Sabbia; ein Brand beschädigte 1958 einen Teil davon schwer. Die Gemeinde zählt dreitausendachthunderteinunddreißig Einwohner in der Provinz Brescia, auf halbem Weg zwischen Gardasee und Idrosee; ihr Wappen wurde 1909 beim Maler Giovanni Vernini aus Salò für 500 Lire bestellt.

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