Auf der Landzunge, die den Comer See teilt, wo man eine der Villen des jüngeren Plinius vermutet, entstand am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts auf den Ruinen einer Burg die erste Lustvilla des Lario. Hier kamen Leonardo vorbei, Ludovico il Moro, zwei Kaiser, Königin Viktoria, Manzoni und Silvio Pellico: Die Gästeliste ist die Geschichte Europas in wilder Folge.
Sehenswertes
Der Park umfasst etwa zwanzig Hektar und steigt bis zur Spitze, zwischen Terrassen, Wäldern und italienischen Gärten. Auf dem Grundstück blieben die Stücke der Burg: eine Kapelle im Mauerring, die Apsis einer alten Kirche mit ihrem Schlitzfenster und ein Glockenturm des elften Jahrhunderts, in die Mauer der Villa eingeschlossen, den man bei genauem Hinsehen erkennt.
Die Wege, fast dreizehn Kilometer, ließ Herzog Serbelloni zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts anlegen, dazu einen Stollen unter der Burg, den Belvedere mit künstlichen Grotten und die Statue des Plinius an einer Wegkreuzung. Heute gehört die Villa der Rockefeller-Stiftung, die sie als Studienzentrum für Forschende und Kunstschaffende aus aller Welt nutzt.
Der Besuch
Die Villa ist nicht zu besichtigen, denn sie ist ein Arbeitsort; die Gärten sieht man nur bei Führungen zu festen Zeiten, die im Ort Bellagio beginnen und gebucht werden müssen, mit begrenzter Teilnehmerzahl und kurzer Saison. Anderthalb Stunden.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie hinauf zur Spitze und schauen Sie: Von dort sieht man beide Seearme zugleich, den von Como und den von Lecco, mit den Bergen dahinter. Darum ist diese Landzunge seit der Römerzeit bewohnt, und an keinem anderen Punkt des Lario begreift man die Form des Sees so gut.
