1396 beschloss die Stadt Como, die alte romanische Kathedrale Santa Maria Maggiore von Grund auf neu zu bauen: Sie war für die Gemeinde zu klein geworden und litt unter den häufigen Überschwemmungen des Sees. So entstand der Dom von Como, der Santa Maria Assunta geweiht ist, Mutterkirche des Bistums Como und einer der mächtigsten Sakralbauten Norditaliens. Die spätgotische Baustelle wurde zeitgleich mit den großen Visconti-Vorhaben jener Jahre eröffnet, dem Mailänder Dom und der Certosa di Pavia, und finanziell von der Kaufmannsvereinigung sowie von einer Schenkung Herzog Gian Galeazzo Viscontis über hundert Goldmünzen getragen.
Sehenswertes
Den Entwurf der neuen Kathedrale lieferte der comaskische Baumeister Lorenzo degli Spazzi, der schon an der Mailänder Baustelle gearbeitet hatte. Begonnen wurde mit den Abschlusspfeilern der Schiffe aus schwarzem Marmor von Olcio — eine Entscheidung, die es erlaubte, die alte romanische Basilika weiter zu nutzen, während sie nach und nach vom Neubau umschlossen wurde. 1426 ging die Bauleitung an den herzoglichen Ingenieur Pietro da Breggia, genannt Breggino, der sie bis 1452 behielt und dabei die städtebaulichen Zwänge meisterte, die die Mauern der Visconti-Zitadelle und der Broletto-Komplex vorgaben. Im Inneren haben sich Gemälde des 16. Jahrhunderts von Bernardino Luini und Gaudenzio Ferrari erhalten, dazu eine Sammlung von Wandteppichen des 16. und 17. Jahrhunderts aus den Manufakturen von Ferrara, Florenz und Brüssel. Außen an der Hauptapsis ist die Inschrift zu sehen, die an die Neugründung von 1396 erinnert.
Tipp der Redaktion
Sieh dir die Abschlusspfeiler der Schiffe aus schwarzem Olcio-Marmor genau an: Sie sind das erste Bauteil, das zu Beginn des 15. Jahrhunderts unter der Leitung von Lorenzo degli Spazzi hochgezogen wurde, um den alten Vorgängerbau einzufassen.
