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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria della Passione

📍 Milano, Lombardei · 65/100

Sie steht am Ende der Via della Passione wie eine Theaterkulisse und ist nach dem Dom die zweitgrößte Kirche Mailands, auch wenn es niemand sagen würde. Daniele Birago, Erzbischof von Mytilene, wollte sie Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, steckte fast sein ganzes Vermögen hinein und vertraute sie den Lateranensischen Chorherren an; sie entstand auf zentralem Grundriss, mit achteckigem Tiburio und acht Kapellen ringsum, wie die marianischen Wallfahrtskirchen der Lombardei, und mit dem Birago-Mausoleum in der Mitte. Dann kam der heilige Karl Borromäus, der lange Kirchen zum Predigen wollte, und ab 1573 setzte Martino Bassi die drei Schiffe davor. Im Kloster nebenan ist seit dem neunzehnten Jahrhundert das Konservatorium von Mailand: Die Studenten üben, und die Musik dringt durch die Wand.

Sehenswertes

Der achteckige Tiburio, innen und außen: außen mit Halbsäulen in zwei Ordnungen, Nischen und Terrakotten; innen mit dem Licht, das von oben auf die Vierung fällt, und es ist der älteste und schönste Teil. Die barocke Fassade mit den Reliefs Giuseppe Rusnatis zur Passion, oben unvollendet geblieben. Und die Bilder: Die Kirche ist eine Galerie des lombardischen sechzehnten Jahrhunderts, mit Tafeln von Gaudenzio Ferrari, Bernardino Luini und Ambrogio da Fossano, genannt Bergognone, der hier die Reihe der Kirchenlehrer und die Kreuzabnahme hinterließ.

In der Kapelle des Heiligen Nagels Bergognones Christus an der Säule und das Abendmahl; im Chor das geschnitzte Holzgestühl des sechzehnten Jahrhunderts und die zwei Orgeln mit bemalten Flügeln, eine davon unter den ältesten noch spielbaren Mailands. In der Sakristei die Intarsienschränke und die Leinwände; und in einer Seitenkapelle das Mausoleum der Brüder Birago, aus der Mitte der Tribuna versetzt, wo es zuerst stand. In den Klosterkreuzgang, heute dem Konservatorium gehörend, kommt man bei Konzerten.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Via Conservatorio am Ende der Via della Passione, zehn Minuten vom Dom Richtung Porta Vittoria, Metro San Babila; Eintritt frei zu Kirchenzeiten mit Mittagsschließung. Eine halbe Stunde. Sie beherbergt oft Orgelkonzerte und Proben des Konservatoriums: Wenn Sie beim Eintreten Musik hören, bleiben Sie.

Tipp der Redaktion

Stellen Sie sich unter den Tiburio, genau in die Mitte der Vierung, und schauen Sie hinauf: Von dort begreift man, dass dies eine runde Kirche war und dass die Schiffe später kamen, auf Befehl eines Heiligen, der die Leute sitzend zuhören lassen wollte. Dann suchen Sie den Bergognone: Seine Kirchenlehrer haben die Gesichter von Männern, die wirklich lesen, und in Mailand sieht man nirgends so viele beisammen.

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