Saltrio

Provinz: Varese · Region: Lombardei · Einwohner: 3.013 · PLZ: 21050

Fast ein Jahrhundert lang war die Pfarrei von Saltrio ein Vikariat ihrer selbst. Der Ort gehörte seit dem Mittelalter zum Bistum Como, innerhalb der Pieve von Riva San Vitale; 1516 fiel der gesamte Rest jener Pieve an die Schweizer, und als 1884 die eidgenössische Regierung die kirchlichen Einrichtungen verstaatlichte und das Bistum Lugano entstand, fand sich Saltrio von seinem eigenen Bistum abgeschnitten und ohne zuständigen Propst: ein in der Lombardei einmaliger Fall. Zur Abhilfe erklärte man es zum Landvikariat seiner selbst, und die Sache wurde erst 1982 beendet, als Erzbischof Carlo Maria Martini die Pfarrei dem Bistum nach den umliegenden italienischen anglich.

Der Name kommt vom lateinischen saltus, Wald, doch das Glück des Ortes war der Stein: der Stein von Saltrio verkleidet die römischen Mauern Mailands und kehrt in den vornehmen Bauten des Tessins und Norditaliens wieder, und zwischen dem siebzehnten und dem zwanzigsten Jahrhundert war dies ein Land der Steinmetzen und Bildhauer. In einem nahen Steinbruch wurden 1996 die Reste eines großen Raubdinosauriers gefunden, benannt Saltriovenator, der Jäger von Saltrio. Die Gemeinde verlor von 1928 bis 1953 ihre Eigenständigkeit und war Viggiù angegliedert. Dreitausenddreizehn Einwohner.

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