Die Kirche der Heiligen Märtyrer, die man in Arona auch San Graziano nennt, ist das, was von einer Abtei des 10. Jahrhunderts blieb. Gegründet hat sie Graf Amizone, ein Beamter Kaiser Ottos I.: Um eine kirchliche Rüge wiedergutzumachen, die auf Ausschreitungen seiner Truppen folgte, baute er ein Kloster, 979 vollendet, und ließ die Reliquien der Märtyrer Gratinianus und Felinus hierher bringen.
Sehenswertes
Von der ursprünglichen Abteikirche ist nichts geblieben: Die heutige wurde von Grund auf neu gebaut und am 2. Juni 1489 eingeweiht, während die Arbeiten noch liefen. Im Inneren hängt das Altarbild der thronenden Madonna zwischen Heiligen, 1488 von Ambrogio Bergognone gemalt, und am Hochaltar stehen die vier Heiligen von Arona, gehauen von Policleto de Luonibus. Die barocke Fassade und die zwei zusätzlichen Joche fügten die Jesuiten hinzu, die die Kirche ab 1572 innehatten.
Der Besuch
Die Reliquien der heiligen Fidelis und Carpophorus liegen in einer Seitenkapelle und werden jedes Jahr am 13. März gezeigt. Hinter diesem Datum steckt eine Geschichte: Im 16. Jahrhundert wollte Karl Borromäus die Reliquien nach Mailand bringen lassen, doch die Proteste der Aroneser zwangen ihn zur Rückgabe, und die Rückkehr fand am 13. März 1576 statt. In Arona heißt der Tag noch heute Tredicino.
Tipp der Redaktion
Wer am 13. März hier ist, hat den richtigen Tag erwischt: Es ist das Patronatsfest, und es geht auf ein Kräftemessen zurück, das der Ort gegen seinen berühmtesten Heiligen gewann.
