Die Geschichte der Burg lässt sich nur stückweise aus verstreuten Urkunden rekonstruieren. Die erste stammt von 1145 und nennt die Da Castello als Besitzer eines befestigten Wohnsitzes; dann, im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert, treten die Torriani und die Visconti auf. Am 6. August 1329 bestätigt ein in Pavia ausgestelltes Diplom Ludwigs des Bayern den Besitz der Ländereien für Ottorino Visconti, doch als im vierzehnten Jahrhundert die Statuten der Gemeinschaft von Castelletto abgefasst wurden, erkannte man die Rechte am Gebiet allein dem Kaiser zu. Ein Mailänder Chronist desselben Jahrhunderts nennt sie ein Bollwerk zum Schutz des Mailänder Gebiets.
Sehenswertes
Die ältesten Zeugnisse stammen aus der Visconti-Zeit. Der Grundriss war viereckig, mit vier Ecktürmen: zwei an der Nordwestseite, zwei zum Fluss hin, und diese sind heute stark beschädigt. Das Mauerwerk, eingehend untersucht, bestand ursprünglich aus Flusskieseln, wurde später mit Quadersteinen verstärkt und mehrfach angepasst, doch die ursprüngliche Verteidigungsfunktion ist noch ablesbar. An der Hauptfassade prangt das Wappen der Visconti d'Aragona: Der Zusatz kam 1471 zum Namen, verliehen von König Ferdinand von Sizilien.
Der Besuch
Im Inneren liegt ein Wappensaal, geschmückt mit der Visconti-Schlange und dem Reichsadler sowie mit den Wappen der Frauen aus den Familien Perrone di San Martino und Visconti Ornavasso. Im siebzehnten Jahrhundert war die Burg zur Residenz geworden, und in manchen Berichten jener Zeit heißt es sogar, es habe nie eine Burg gegeben: Sie war schlicht aus dem Gedächtnis aller verschwunden. Heute ist sie ein alter Landsitz.
Tipp der Redaktion
Die Burg fand Eingang in die Literatur: Sie war eine der Inspirationsquellen für Tommaso Grossis historischen Roman Marco Visconti. Und der Fluss zählte auch danach: 1748 fiel das Gebiet an die Savoyer, dann an die Franzosen und wieder zurück, und 1859 nutzte Giuseppe Garibaldi die Boote von Castelletto, um in die Lombardei überzusetzen.
