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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Michele

📍 Oleggio, Piemont · 53/100

Die Kirche San Michele ist schon 973 bezeugt und war bis ins 16. Jahrhundert die Pfarrkirche von Oleggio, bis der Ort zur neuen Kirche der Heiligen Petrus und Paulus wechselte. Seither dient sie dem Friedhof, und gerade das Verlassensein hat sie gerettet: Niemand baute sie um, und die Romanik blieb, wo sie war.

Sehenswertes

Im Inneren finden sich Freskenzyklen aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, unter den wenigen Beispielen romanischer Malerei, die in Norditalien noch zu sehen sind. Die Innenfassade trägt ein großes Jüngstes Gericht: oben Engel, Heilige und die Jungfrau, dann die Apostel, dann Kirchenmänner und Mönche als Halbfiguren, unten drei Patriarchen, die die Seelen der Seligen in Händen halten — die Seelen der Verdammten, rechts, sind verloren. In der Hauptapsis steht neben dem Pantokrator der heilige Michael an der Spitze einer Engelschar.

Der Besuch

Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika, ihre Mauern wechseln zwischen Flusskieseln und Ziegeln: Daher ihr Farbklang. Das Presbyterium liegt neun Stufen höher, darunter die Krypta, von groben Säulen ohne Basis und Kapitell in drei Schiffchen geteilt. Die Fassade ist asymmetrisch, die Tür sitzt nicht in der Mitte: Der Bau passte sich den Mauern des früheren langobardischen Kultorts an, der bei den Grabungen von 2001 zutage kam.

Tipp der Redaktion

Unter dem Apsisschmuck hat die neuere Forschung Szenen aus dem Liber de apparitione sancti Michaelis erkannt: Da ist der Hirte, der einen Pfeil auf den entlaufenen Stier schießt und von demselben Pfeil getroffen wird, der zurückkehrt. Wer es weiß, findet es.

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