Die Kirche steht in der Via Costituente und ist nicht die älteste von Borgaro: Bis ins zwölfte Jahrhundert lebte die Bevölkerung in der Gegend der heutigen Via Lanzo, wo die Pieve Santa Maria delle Grazie stand. Mit dem Bau der Burg zog man in deren Nähe, und lange Zeit musste man eine beträchtliche Strecke zu Fuß zurücklegen, um zur Messe zu gelangen. 1584 beschloss Gräfin Margherita Langosco di Stroppiana, im Ortszentrum eine neue Kirche zu errichten, dem heiligen Antonius geweiht; vollendet wurde sie im folgenden Jahrhundert.
Sehenswertes
Im achtzehnten Jahrhundert wechselte sie das Patrozinium, wurde Pfarrkirche, und der Großteil der Seitenaltäre entstand. Sie ist ein Beispiel barocker Architektur, mit Eingriffen des neunzehnten Jahrhunderts, die ihr heutiges Aussehen prägten. Im Presbyterium steht der Hochaltar des achtzehnten Jahrhunderts, Graf Ignazio Renato Birago di Borgaro zuzuschreiben; unter den Seitenkapellen befindet sich die Birago-Kapelle, in der der Graf und seine Familie ruhen.
Der Besuch
Der Glockenturm entstand 1740 auf angrenzendem Grund der Birago: Im Tausch für das Gelände erhielt die Familie das Recht, eine Privatkapelle mit Begräbnisrecht zu errichten, und deshalb steht die Kapelle dort. 1752 drohten das Chorgewölbe und die Holzdecke einzustürzen, und bei dieser Gelegenheit ersetzte man das Holz durch ein gemauertes Gewölbe.
Tipp der Redaktion
Pfarrkirche blieb sie bis 1981, als die neue Kirche der Unbefleckten Empfängnis errichtet wurde; heute dient sie im Frühjahr und Sommer dem Gottesdienst und öffnet im Jahresverlauf für Kulturveranstaltungen und Führungen. Ein Blick in den Kalender lohnt vor dem Besuch. Man erinnert sich hier noch an den ersten Oktober 1713, als mehrere Zeugen berichteten, die Statue der Rosenkranzmadonna habe geschwitzt und geweint.
