⛪ Kirchen und Heiligtümer

cappella della Beata Vergine del Pilone

📍 Caselle Torinese, Piemont · 28/100

Die Kapelle liegt wenig außerhalb des Ortskerns von Caselle, im Weiler Madonnina, an der Straße, die Turin mit den Tälern von Lanzo verband. Im Inneren bewahrt sie einen Bildstock, den die örtliche Überlieferung ins fünfzehnte Jahrhundert setzt und den man früher Pillon de Ross nannte: Die Kapelle wurde um diesen Pfeiler herum errichtet, nachdem 1649 ein Beschluss des Gemeinderats von Caselle den Bau festgelegt hatte; die Arbeiten liefen zwischen 1658 und 1660.

Sehenswertes

Der Pfeiler blieb, wo er stand, mitten im Raum, und die Kapelle wuchs um ihn herum: Das ist beim Eintreten das Auffälligste. Auf dem Pfeiler erscheinen der heilige Franziskus und eine Kreuzigung sowie die Gestalt eines Bischofs; auf den drei Außenseiten sieht man die Madonna, die das Kind stillt, zwischen den Heiligen Johannes dem Täufer und Benedikt von Nursia, dann den heiligen Sebastian, den heiligen Antonius Abbas und den heiligen Christophorus sowie eine Verkündigung. Die Wände des Saals tragen einen wohl im achtzehnten Jahrhundert entstandenen Zyklus mit dem Bethlehemitischen Kindermord, dem Gang zum Kreuz, der Kreuzigung und der Kreuzabnahme. Erhalten ist auch ein Votivbild von 1708, das an den Durchzug der französischen Truppen erinnert.

Der Besuch

Die Fassade ist schlicht, von Lisenen gerahmt, das Innere ein einziger rechteckiger Saal: Von außen verspricht sie nichts, und genau das ist die Art Bau, die den Eintretenden überrascht. Die Kapelle öffnet gelegentlich und lässt sich nach Vereinbarung besichtigen.

Tipp der Redaktion

Es lohnt sich, vom Zentrum aus zu Fuß hinzugehen. Die abseitige Lage ist kein Zufall: Der Bildstock stand an einem Zwangsdurchgang, und wer jahrhundertelang zu den Tälern zog, hielt hier kurz inne. Aus demselben Grund ist die Kapelle voller Malerei und hat keine Fassade zum Vorzeigen: Es zählte, was drinnen war.

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