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⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di Superga

📍 Torino, Piemont · 77/100

Auf dem Hügel, der den Horizont von Turin nach Nordosten abschließt, 672 Meter über dem Meer, ist die Kuppel von Superga von fast jeder Straße der Stadt aus zu sehen. Das war Absicht: Viktor Amadeus II. wollte sie dort oben, um ein Gelübde einzulösen. Am 2. September 1706, als Turin von französisch-spanischen Truppen belagert wurde, stiegen der Herzog und Prinz Eugen auf den Hügel, um die Stellungen des Feindes zu studieren, und vor einem alten Bildstock versprach der Herzog der Muttergottes im Fall eines Sieges eine Kirche. Fünf Tage später, am 7. September, gewannen die Piemontesen die Schlacht auf den Feldern von Lucento und Madonna di Campagna.

Sehenswertes

Der Entwurf stammt von Filippo Juvarra, dem Architekten aus Messina, der nach der Krönung Viktor Amadeus' zum König von Sizilien an den Hof gerufen wurde. Die Arbeiten begannen am 20. Juli 1717 und dauerten vierzehn Jahre: Das Baumaterial kam auf Eselsrücken über einen steinigen Pfad nach oben. Die Einweihung fand am 1. November 1731 in Anwesenheit von Karl Emanuel III. statt. Die Fassade ist ein klassischer Portikus, der aus dem Kuppelbau hervortritt, eine deutliche Anspielung auf das Pantheon, während die Kuppel auf Michelangelo und den Petersdom blickt: Juvarra hatte zehn Jahre in Rom gearbeitet, bevor er ins Piemont kam.

Unter der Kirche liegt die königliche Krypta, die Grablege des Hauses Savoyen: Hier ruhen Herzöge und Könige der Dynastie, darunter Karl Albert. In der Basilika steht außerdem das Denkmal für Karl Emanuel III., ein Werk der Brüder Ignazio und Filippo Collino aus dem Jahr 1733.

Der Besuch

Auf den Hügel gelangt man mit dem Auto oder mit der historischen Zahnradbahn Sassi-Superga, die im Stadtteil Sassi am Fuß des Hügels abfährt. Die Basilika selbst ist frei zugänglich; die Königsgräber und der Aufstieg zur Kuppel haben eigene Führungen. Hinter dem Gebäude, an der Stützmauer, erinnert eine Gedenktafel an die Tragödie vom 4. Mai 1949, als das Flugzeug, das die Fußballmannschaft des Grande Torino nach Hause brachte, gegen den Hügel prallte: Bis heute ist es ein Wallfahrtsort für die Fans.

Tipp der Redaktion

Wählen Sie einen klaren Tag, am besten nach einem Gewitter: Vom Vorplatz der Basilika reicht der Blick über Turin und den gesamten Alpenbogen, mit dem Monviso deutlich am Horizont. Von hier oben versteht man auch die Geometrie, die die Savoyer im Sinn hatten: Superga liegt auf einer Linie mit dem Schloss von Rivoli und dem Jagdschloss Stupinigi.

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