Der Name dieses Ortes kommt vom arabischen maqlub, das Umkippen bedeutet: Hier stülpt sich der Boden von selbst um. Es sind Schlammvulkane, Kegel von wenigen Dezimetern Höhe, aus denen flüssiger Ton austritt, vom Gas nach oben gedrückt. Die Gegend ist seit jeher berühmt: Platon, Aristoteles, Diodor und Plinius der Ältere schrieben darüber, und in römischer Zeit nutzte man diesen Schlamm gegen Rheuma.
Sehenswertes
Eine graue, nackte Landschaft ohne Pflanzen, die inmitten der Felder von Agrigent fehl am Platz wirkt. An Legenden fehlt es nicht: Eine sagt, die Ausbrüche hätten 1087 nach einer Schlacht zwischen Arabern und Normannen begonnen, weshalb man die graue Flüssigkeit Blut der Sarazenen nannte; eine andere erzählt von einer Stadt, die die Erde verschlang, weil sie eine Gottheit beleidigt hatte.
Guy de Maupassant, der Ende des neunzehnten Jahrhunderts hier durchkam, beschrieb sie als «Pusteln einer schrecklichen Krankheit der Natur». Kein Kompliment, aber es trifft die Wirkung dieses Ortes: Er ist nicht schön, er ist beunruhigend, und darum spricht man seit zweieinhalbtausend Jahren von ihm.
Der Besuch
Das Schutzgebiet ist seit 2014 für das Publikum geschlossen, als eine Schlammexplosion zwei Kinder tötete. Man geht nicht hinein, und die Sperre ist buchstäblich zu achten: Sie ist eine Entscheidung nach einer Tragödie, kein bürokratisches Übermaß. Die Landschaft sieht man von den Rändern, von der Straße aus.
Tipp der Redaktion
Es lohnt zu verstehen, warum es gefährlich ist. Das sind keine Vulkane: Der Schlamm ist kalt, und hinausgedrückt wird er vom Gas, das aus der Tiefe aufsteigt. Das heißt, es gibt keine Wärmewarnung, kein Zeichen, das jemand lesen könnte, und ein jahrelang stiller Kegel kann in Sekunden ausbrechen. Die Unberechenbarkeit, nicht die Hitze, macht diesen Boden zu etwas, das man aus der Ferne betrachtet.
